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Grübel verzichtet auf Bonus
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In einem Interview mit der Zeitung «Sonntag» sagt Oswald Grübel: «Ich werde natürlich keinen Bonus beziehen. Denn die Firma macht keinen Profit. Es muss eine Vorbildfunktion geben.» Somit bezieht Grübel einzig seinen Grundlohn, der drei Millionen Franken pro Jahr beträgt. Zum Vergleich: Marcel Ospel hatte bis zu 24 Millionen bezogen.
Seinen Angestellten will Grübel den Bonus aber nicht streichen. «Sonst gehen alle guten Leute weg von der UBS. Die Bank würde nicht mehr führbar sein», sagt der UBS-CEO. Es sei unmöglich, dass die UBS als einzige Bank keine Boni zahle: «Das ist weder im Interesse des Landes noch im Interesse der Aktionäre.» Der Konzernchef versichert aber, dass die UBS «insgesamt weniger zahle» als erfolgreichere Banken. Zudem seien die Boni in der ganzen Branche zurückgegangen.
Die UBS will ihren 69'000 Mitarbeitern einen Bonus in Höhe von rund vier Milliarden Franken auszahlen - dies trotz eines sich abzeichnenden Jahresverlusts von drei bis vier Milliarden. Wie die «SonntagsZeitung» vor zwei Wochen berichtete, ist die Finanzmarktaufsicht (Finma) nur bereit, der Bank variable Lohnbestandteile von rund drei Milliarden zu bewilligen. Derzeit laufen Gespräche zwischen Vertretern der Grossbank und der Finma.
Lösung auf Staatsebene
Grübel äussert sich ausserdem zu den Folgen des Entscheids des Bundesverwaltungsgerichts, welcher den UBS-Deal mit den USA in Frage stellen. Er nimmt die Politik in die Pflicht: «Jetzt müssen sich die beiden Parteien - das sind die USA und die Schweiz - wieder an den Tisch setzen und sehen, wie es weitergeht. Es gibt nur die Lösung, dass man eine Regelung auf Staatsebene findet.» Der UBS-Chef wehrt sich weiter dagegen, dass man das «too big to fail»-Problem über eine Holding-Struktur löst. «Das würde bedeuten, dass die Holding auch im Ausland sein müsste. Das ist meiner Ansicht nach die Logik», sagt Grübel im Interview mit der Zeitung «Sonntag».
Strafanzeige gegen alte UBS-Garde
Der Druck aus der Politik, die früheren UBS-Chefs um Marcel Ospel strafrechtlich zu verfolgen, nimmt weiter zu, wie die Zeitung «Sonntag» weiter berichtet. Jetzt will auch der Zürcher CVP-Nationalrat und Bauunternehmer Urs Hany Strafanzeige gegen die ehemalige Führung der Grossbank einreichen. «Ich prüfe derzeit mit Juristen den genauen Inhalt der Anzeige», bestätigt Hany. «Ospel und Konsorten müssen vor Gericht. Es kann nicht sein, dass die Verantwortlichen für das Debakel einfach davon kommen», so Hany. «Dass die UBS die früheren Chefs aber einfach laufen lassen will, verstehe ich nicht». Ospel und Co. werden damit bereits mit der dritten Strafanzeige konfrontiert. (vin)
Erstellt: 30.01.2010, 23:18 Uhr
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