Wirtschaft
«Hallo, hörst du mich noch?»
Aktualisiert am 22.08.2010 27 Kommentare
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Wer regelmässig pendelt und ein Handy besitzt kennt sie: Die Funklöcher im Zugverkehr. Wichtige und weniger wichtige Gespräche wurden auf diese Weise schon abrupt unterbrochen: «Hallo, hörst du mich noch?»
Nun sagen die Mobilfunkanbieter der schlechten Netzqualität den Kampf an. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, wollen Orange, Sunrise und Swisscom (SCMN 365 -1.64%) 1200 SBB-Wagen mit Antennen austatten, um den UMTS-Signal-Empfang zu verbessern. Bereits haben sie sich im Konsortium Intraincom zusammengetan, um das 50 Millionen teure Projekt zu realisieren.
Für den Datentransfer ist die Netzqualität absolut entscheidend, sagt Swisscom-Chef Carsten Schloter gegenüber dem Blatt. Was logisch klingt, dauert noch Jahre bis es zur Realität wird: So soll es erst im Jahr 2015 möglich sein, funkstörfrei durch Zugtunnels zu pendeln.
Umstellung auf 3G-Technik
Grund für die lange Verzögerung sind einerseits die hohen Kosten, andererseits die komplexe Technik, die zur Realisierung des Projekts benötigt wird. Die Fenster der aktuellen Züge sind gemäss der «SonntagsZeitung» mit einer speziellen Beschichtung versehen, welche die 3G-Wellen bis ins Wageninnere um Faktor 1000 abschwächen. Die Installierung von 3G-Antennen, die den Funkverkehr ins Wageninnere leiten können, ist nach Angaben der Swisscom sehr aufwändig.
Die SBB bestätigt die Pläne der Mobilfunkanbieter. Die Arbeiten an den Wagen und den Bahnlinien sind relativ aufwändig, wie SBB-Sprecher Jean-Philippe Schmidt sagt. Deshalb dauere die Umrüstung mehrere Jahre. Die neuen Bahnwagen, welche die SBB ab 2012 von Bombardier erhält, sind aber bereits mit der neuen Technologie ausgerüstet.
(mrs)
Erstellt: 22.08.2010, 19:14 Uhr
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27 Kommentare
Es gibt Beispiele von hoher Reisekultur: der TGV in Frankreich und der öV in Japan. Im TGV ist telefonieren in der Kabine nicht erlaubt, nur in den Vorräumen, wo all die "technischen" Probleme dank der dünnen Gummibälge gegen aussen viel kleiner sind. Ich bekomme Kopfweh, wenn nur schon hinter mir einer ins Internet geht. Mein GA ist definitv zu teuer, wenn ich immer irgenwohin flüchten muss. Antworten
Die ganze Familie besitzt Halbtax, Streckenabos und GA. Wir sind nicht gewillt weiterhin diese rollenden, störenden, Telefonkabinen hinzunehmen. Überall und immer wird man von unwichtigem Gequassel und immer lästigernen Klingeltönen zugelärmt und dafür sollen wir alle mehr bezahlen? Es reicht! Wir überlegen uns ernsthaft wieder auf das Auto umzusteigen. Schade- denn eigentlich wär der ÖV- Zukunft! Antworten
Es ist ja äusserst arrogant zu glauben, dass der eigene Wille auf Ruhe in öffentlichem Raum wichtiger ist, als der Wille eines Telefonierenden, im selben öffentlichen Raum, seine Gespräche (wichtig oder nicht) führen zu können. Hier sieht man was für eine weinerliche, klagende Gesellschaft in der Schweiz lebt. Schämt euch - alle beide! Antworten
@Dettling: Da muss ich Ihnen widersprechen. Je näher am Sender, desto grösser die Strahlung VOM SENDER und desto kleiner die Strahlung VOM HANDY. Wenn aber 16 auf der selben Zelle eine Verbindung aufbauen, verdoppelt sich die Strahlung vom Sender! Es sind halt Kaskadensender und eine Frage der Dauer. Ich persönlich könnte jeden telefonierenden im Zug ohrfeigen, da 90% belangloses Gelaber ist. Antworten
@Stefan Werner: Damit rechne ich auch, auch wenns genau umgekehrt ist. Wenn die Handys nicht mehr mit voller Leistung versuchen, Verbindung durch die metallbedampften Scheiben aufzubauen (auch unbenutzt), ist die Strahlung massiv kleiner. Auch hier gilt, was viele ignorieren (absurderweise nach dem Motto aus den Augen aus dem Sinn): je näher am Sender desto kleiner die Strahlenbelastung am Ohr. Antworten
Schliesse mich auch den meisten Vorrednern an: BITTE NICHT! Viel angenehmer wäre es, wenn man das doofe Geschwafel nicht ständig mithören müsste. Man könnte einzelne Mobilezonen einrichten und im restlichen Zug Störsender einbauen. Das gibts zB in Japan schon. Hoffentlich gibts das bald auch mal bei uns. Aber die SBB ist mit solchen Sachen ja meistens hoffnungslos im Rückstand, siehe Rauchverbot. Antworten
Es müssen zahllose Personen unterwegs sein, die pausenlos und überall erreichbar sein müssen! Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man das Gejammer über Funklöcher liest und hört. Dabei ist es in 99% der Fälle belangloses Gelabber das in die mobil Telefone (oftmals) gebrüllt wird . . . Haben wir keine anderen wichtigeren Probleme mehr zu lösen? Antworten
Bis es soweit ist, lohnt es sich für Pendler sorgfältig zu prüfen, über welchen Anbieter sie telefonieren. Auf der Bahnstrecke Zürich-Bern, beispielsweise, ist Orange keine gute Wahl. Während maximal 20 % der Fahrzeit können Internetdienste klaglos genutzt werden. Antworten
Die aktuelle Schweizer- und Schweizerinnnen-Generation von heute hat ja scheinbar grosse Probleme zu bewältigen. Wie zum Beispiel Funklöcher. Denn man(n) muss ja immer und überall erreichbar sein. Nur: Wieso muss man eigentlich immer und überall erreichbar sein? Vor allem im Zug, wo die meisten Gespräche sowieso immer nur um das Eine kreisen? "Wo bisch?" - "Im Zug." Aha. Antworten
Anstatt Funklöcher zu stopfen, sollte man endlich auch in den S-Bahnen Ruhewagen einführen! Es gibt nichts was mehr nervt, als genötigt zu werden, belangloses Gequassel mir völlig fremder Menschen mitanhören zu müssen. Kaum setze ich mich, gehts garanitert links und rechts los....Schlimm Antworten
Es geht doch nicht nur ums Telefonieren. Wenn ich heute mit iPhone oder Notebook während der Fahrt online sein will, geht das auch nur mit vielen Unterbrechungen. Und das nicht nur in den Tunnels, auch auf offener Strecke. Zwischen Bern und Olten gibt es so gut wie keinen 3G-Empfang. Und jetzt soll es nochmal 5 Jahre gehen? Unverständlich. Antworten
ich sehe nicht ein, weshalb jedermann/frau in den öffentlichen verkehrsmittel in voller lautstärke private telefonate mit den natels führen können müssen. ich fühle mich immer wieder gestört durch das ständige geläut der natels und den zwang, diesen gesprächen zuhören zu müssen.... Antworten




René Grossenbacher
Ich würde die Tarif-Aufschläge der der SBB ohne murren hinnehmen, wenn gleichzeitig endlich der nerventötende Natelterror beendet würde. Was man da für Müll anhören muss lässt die Zehen sich nach oben biegen! Natel im Wagen verbieten, das wäre ein ganz ordentlicher Kulturschub und die Voraussetzung für stressfreies Reisen. Antworten