Wirtschaft

«Hallo, hörst du mich noch?»

Mobilfunkanbieter sagen den Funklöchern im öffentlichen Verkehr den Kampf an. Bis beim Pendeln ungestört telefoniert werden kann, braucht es aber noch viel Geduld.

Ständige Störungen beim Telefonieren: Jugendliche in einem SBB-Abteil 2003.

Ständige Störungen beim Telefonieren: Jugendliche in einem SBB-Abteil 2003.
Bild: Keystone

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Wer regelmässig pendelt und ein Handy besitzt kennt sie: Die Funklöcher im Zugverkehr. Wichtige und weniger wichtige Gespräche wurden auf diese Weise schon abrupt unterbrochen: «Hallo, hörst du mich noch?»

Nun sagen die Mobilfunkanbieter der schlechten Netzqualität den Kampf an. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, wollen Orange, Sunrise und Swisscom (SCMN 365 -1.64%) 1200 SBB-Wagen mit Antennen austatten, um den UMTS-Signal-Empfang zu verbessern. Bereits haben sie sich im Konsortium Intraincom zusammengetan, um das 50 Millionen teure Projekt zu realisieren.

Für den Datentransfer ist die Netzqualität absolut entscheidend, sagt Swisscom-Chef Carsten Schloter gegenüber dem Blatt. Was logisch klingt, dauert noch Jahre bis es zur Realität wird: So soll es erst im Jahr 2015 möglich sein, funkstörfrei durch Zugtunnels zu pendeln.

Umstellung auf 3G-Technik

Grund für die lange Verzögerung sind einerseits die hohen Kosten, andererseits die komplexe Technik, die zur Realisierung des Projekts benötigt wird. Die Fenster der aktuellen Züge sind gemäss der «SonntagsZeitung» mit einer speziellen Beschichtung versehen, welche die 3G-Wellen bis ins Wageninnere um Faktor 1000 abschwächen. Die Installierung von 3G-Antennen, die den Funkverkehr ins Wageninnere leiten können, ist nach Angaben der Swisscom sehr aufwändig.

Die SBB bestätigt die Pläne der Mobilfunkanbieter. Die Arbeiten an den Wagen und den Bahnlinien sind relativ aufwändig, wie SBB-Sprecher Jean-Philippe Schmidt sagt. Deshalb dauere die Umrüstung mehrere Jahre. Die neuen Bahnwagen, welche die SBB ab 2012 von Bombardier erhält, sind aber bereits mit der neuen Technologie ausgerüstet.

(mrs)

Erstellt: 22.08.2010, 19:14 Uhr

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27 Kommentare

René Grossenbacher

01.09.2010, 17:23 Uhr
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Ich würde die Tarif-Aufschläge der der SBB ohne murren hinnehmen, wenn gleichzeitig endlich der nerventötende Natelterror beendet würde. Was man da für Müll anhören muss lässt die Zehen sich nach oben biegen! Natel im Wagen verbieten, das wäre ein ganz ordentlicher Kulturschub und die Voraussetzung für stressfreies Reisen. Antworten


Hansueli Stettler

25.08.2010, 16:56 Uhr
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Es gibt Beispiele von hoher Reisekultur: der TGV in Frankreich und der öV in Japan. Im TGV ist telefonieren in der Kabine nicht erlaubt, nur in den Vorräumen, wo all die "technischen" Probleme dank der dünnen Gummibälge gegen aussen viel kleiner sind. Ich bekomme Kopfweh, wenn nur schon hinter mir einer ins Internet geht. Mein GA ist definitv zu teuer, wenn ich immer irgenwohin flüchten muss. Antworten


Daniela Vetsch Böhi

25.08.2010, 15:52 Uhr
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Die ganze Familie besitzt Halbtax, Streckenabos und GA. Wir sind nicht gewillt weiterhin diese rollenden, störenden, Telefonkabinen hinzunehmen. Überall und immer wird man von unwichtigem Gequassel und immer lästigernen Klingeltönen zugelärmt und dafür sollen wir alle mehr bezahlen? Es reicht! Wir überlegen uns ernsthaft wieder auf das Auto umzusteigen. Schade- denn eigentlich wär der ÖV- Zukunft! Antworten


David Thomann

23.08.2010, 13:37 Uhr
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Es ist ja äusserst arrogant zu glauben, dass der eigene Wille auf Ruhe in öffentlichem Raum wichtiger ist, als der Wille eines Telefonierenden, im selben öffentlichen Raum, seine Gespräche (wichtig oder nicht) führen zu können. Hier sieht man was für eine weinerliche, klagende Gesellschaft in der Schweiz lebt. Schämt euch - alle beide! Antworten


Roland Peter

23.08.2010, 12:56 Uhr
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@Dettling: Da muss ich Ihnen widersprechen. Je näher am Sender, desto grösser die Strahlung VOM SENDER und desto kleiner die Strahlung VOM HANDY. Wenn aber 16 auf der selben Zelle eine Verbindung aufbauen, verdoppelt sich die Strahlung vom Sender! Es sind halt Kaskadensender und eine Frage der Dauer. Ich persönlich könnte jeden telefonierenden im Zug ohrfeigen, da 90% belangloses Gelaber ist. Antworten


Paul Dettling

23.08.2010, 10:07 Uhr
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@Stefan Werner: Damit rechne ich auch, auch wenns genau umgekehrt ist. Wenn die Handys nicht mehr mit voller Leistung versuchen, Verbindung durch die metallbedampften Scheiben aufzubauen (auch unbenutzt), ist die Strahlung massiv kleiner. Auch hier gilt, was viele ignorieren (absurderweise nach dem Motto aus den Augen aus dem Sinn): je näher am Sender desto kleiner die Strahlenbelastung am Ohr. Antworten


Philipp Müller

23.08.2010, 09:15 Uhr
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Schliesse mich auch den meisten Vorrednern an: BITTE NICHT! Viel angenehmer wäre es, wenn man das doofe Geschwafel nicht ständig mithören müsste. Man könnte einzelne Mobilezonen einrichten und im restlichen Zug Störsender einbauen. Das gibts zB in Japan schon. Hoffentlich gibts das bald auch mal bei uns. Aber die SBB ist mit solchen Sachen ja meistens hoffnungslos im Rückstand, siehe Rauchverbot. Antworten


hans zumstein

23.08.2010, 09:11 Uhr
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Es müssen zahllose Personen unterwegs sein, die pausenlos und überall erreichbar sein müssen! Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man das Gejammer über Funklöcher liest und hört. Dabei ist es in 99% der Fälle belangloses Gelabber das in die mobil Telefone (oftmals) gebrüllt wird . . . Haben wir keine anderen wichtigeren Probleme mehr zu lösen? Antworten


Stefan Tschopp

23.08.2010, 08:51 Uhr
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@ Flurin Schwerzmann: Sie sprechen mir aus dem Herzen! Das ist so was von mühsam! Wozu habe ich als Pendler ein teueres Surfabo, wenn ich es auf dieser Strecke praktisch nicht benutzen kann? Antworten


Donald Panico

23.08.2010, 08:47 Uhr
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Guten Tag. ... man sollte im Gegenteil in allen öffentlichen Verkehrsmitteln Störsender einbauen. Ist ja meist nicht auszuhalten, was da für unnötige Gespräche geführt werden. Im Gegenzug könnte man Mobile-Zonen einrichten. Antworten


Kaspar Hauser

23.08.2010, 08:39 Uhr
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Ich stimme fast allen Vorrednern zu, ich würde mich über weniger Natelgelaber im Zug auch sehr freuen. Antworten


Stefan Werner

23.08.2010, 08:15 Uhr
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Ja, und wenn die einen dann ihren super-Mobilempfang haben, klagen die anderen über die hohe Strahlenbelastung im Zug. Antworten


Stefan Tschopp

23.08.2010, 08:08 Uhr
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Bis es soweit ist, lohnt es sich für Pendler sorgfältig zu prüfen, über welchen Anbieter sie telefonieren. Auf der Bahnstrecke Zürich-Bern, beispielsweise, ist Orange keine gute Wahl. Während maximal 20 % der Fahrzeit können Internetdienste klaglos genutzt werden. Antworten


Alfred Majorski

22.08.2010, 22:34 Uhr
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Die aktuelle Schweizer- und Schweizerinnnen-Generation von heute hat ja scheinbar grosse Probleme zu bewältigen. Wie zum Beispiel Funklöcher. Denn man(n) muss ja immer und überall erreichbar sein. Nur: Wieso muss man eigentlich immer und überall erreichbar sein? Vor allem im Zug, wo die meisten Gespräche sowieso immer nur um das Eine kreisen? "Wo bisch?" - "Im Zug." Aha. Antworten


Hans Osterwalder

22.08.2010, 22:12 Uhr
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Die Frage ist: braucht dies die Welt? Antworten


Rolf Löber

22.08.2010, 21:14 Uhr
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Förderung des leiseren Telefonierens wäre wünschenswert - für die in der Nähesitzenden ein Anspruch. Antworten


Dieter Krattiger

22.08.2010, 21:05 Uhr
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Anstatt Funklöcher zu stopfen, sollte man endlich auch in den S-Bahnen Ruhewagen einführen! Es gibt nichts was mehr nervt, als genötigt zu werden, belangloses Gequassel mir völlig fremder Menschen mitanhören zu müssen. Kaum setze ich mich, gehts garanitert links und rechts los....Schlimm Antworten


Karsten Füllhaas

22.08.2010, 20:47 Uhr
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Es geht doch nicht nur ums Telefonieren. Wenn ich heute mit iPhone oder Notebook während der Fahrt online sein will, geht das auch nur mit vielen Unterbrechungen. Und das nicht nur in den Tunnels, auch auf offener Strecke. Zwischen Bern und Olten gibt es so gut wie keinen 3G-Empfang. Und jetzt soll es nochmal 5 Jahre gehen? Unverständlich. Antworten


Laura Decapitani

22.08.2010, 20:30 Uhr
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nein, bitte nicht! Wer will sich schon das unbedeutende Geschwafel der Mitpassagiere die ganze Zeit anhören müssen?! Antworten


Paul Hahn

22.08.2010, 20:25 Uhr
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Ich fände es klasse, wenn in Zügen gar kein Netz erreichbar wäre. Oder alles ausser Notrufnummern geblockt werden würde, das wird in manchen Kinos ja auch gehandhabt. Das würde das Pendlerleben um einiges erträglicher machen. Antworten


Flurin Schwerzmann

22.08.2010, 20:10 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Das wurde auch langsam Zeit. Bei einer Fahrt Zürich-Bern ist es kaum möglich ein brauchbares Internetsignal (nicht einmal Edge, wenns schon kein 3G gibt) zu bekommen! Antworten


christoph schweizr

22.08.2010, 20:01 Uhr
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..und es muss ums Verrecken permanent telefoniert werden können... Antworten


Marco Lardi

22.08.2010, 19:43 Uhr
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Ist das nicht schon eine eigenständige Krankheit, omnipräsent zu sein? Antworten


Mark Keller

22.08.2010, 19:40 Uhr
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bin mal gespannt, ob irgendwann mal auch eine Technologie entwickelt wird, um ungestörtes Pendeln zu ermöglichen? ich habe einfach keine Lust täglich das Privatleben irgendwelcher Schreihälse brühwarm aufgezwängt zu bekommen! Antworten


marie huber

22.08.2010, 19:39 Uhr
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ich sehe nicht ein, weshalb jedermann/frau in den öffentlichen verkehrsmittel in voller lautstärke private telefonate mit den natels führen können müssen. ich fühle mich immer wieder gestört durch das ständige geläut der natels und den zwang, diesen gesprächen zuhören zu müssen.... Antworten


Michel Gunzenhauser

22.08.2010, 19:37 Uhr
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Ach arme welt welche nicht mal im zug aufs handy verzichten kann....mich stört sowieso das teilweise sinnentleerte gebrabbel wie zum beispiel ich bin in 5 minuten an bahnhof usw.....leider gibt es noch keine handyfreie zonen im zug Antworten


Hans Leutwyler

22.08.2010, 19:27 Uhr
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Wie schön wär's doch, wenn man wieder einmal Bahn reisen könnte ohne den teilweise völlig belanglosen Handygesprächen zuhören zu MÜSSEN! Antworten



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