Wirtschaft

Hildebrand lobt in den USA Obamas Bankenregime

Aktualisiert am 22.01.2010

Der Nationalbankpräsident sagt in einem Interview dem amerikanischen Präsidenten seinen Rückhalt zu. Obamas Regulierungsideen seien für sein Gremium von grossem Interesse, so Hildebrand.

Zurückhaltung wäre im Interesse der Banken: Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand (links), Barack Obama.

Zurückhaltung wäre im Interesse der Banken: Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand (links), Barack Obama.
Bild: Keystone

Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand hat die Pläne von US-Präsident Barack Obama in Bezug auf die Banken in einem Interview der Online-Ausgabe des «Wall Street Journal» begrüsst. Die Vorschläge von Obama seien für die Schweizerische Nationalbank von grossem Interesse, sagte Nationalbankpräsident Hildebrand. Die Nationalbank unterstütze Bestrebungen, dass gewisse Tätigkeitsfelder der Banken, wie etwa der Eigenhandel, nicht mehr so gross werden dürften wie sie es einmal gewesen waren.

Mehr unternommen werden muss laut Hildebrand auch in Bezug auf die «Too-big-to-fail»-Problematik. Im Moment bestehe nur die Wahl zwischen Staatsgarantien und dem kompletten Chaos. Es brauche mehr Optionen, vor allem auf internationaler Ebene, im Umgang mit Banken, wenn sie einmal in Schieflage geraten sollten.

Banken unterschätzten Boni-Problematik

In Bezug auf Ausschüttung von Boni für Manager von Geschäftsbanken sagte Hildebrand, dass es im ganz eigenen Interesse der Banken wäre, eine gewisse Zurückhaltung zu zeigen. Dies sei bisher nicht der Fall gewesen, was sich langfristig für die Banken negativ auswirken könne. Die Banken hätten die politische Dimension dieses Themas bisher unterschätzt und ihr zu wenig Rechnung getragen. Dies sollte nun sehr schnell geschehen, denn es sei höchste Zeit dafür.

Hildebrand machte im weiteren klar, dass die Nationalbank jede exzessive Aufwertung des Frankens bekämpfen werde, solange es deflationäre Risiken gebe. In Bezug auf die Leitzinsen sagte der Notenbankpräsident, dass es derzeit sicher unangemessen wäre, vom aktuellen geldpolitischen Kurs abzukommen und die Zinsen zu erhöhen.

Schweizer Börse sackt ab

An den Aktienmärkten hat derweil Obamas Ankündigung für Erschütterung gesorgt. Bankentitel verloren zum Teil massiv an Wert. Credit Suisse, Deutsche Bank und Barclays gaben mehr als vier Prozent nach.

An der Schweizer Börse schloss der Swiss Market Index (SMI) 1,29 Prozent tiefer bei 6493,96 Punkten. Am schwersten wogen die Verluste der Grossbankentitel Credit Suisse und UBS. Die Aktien der Credit Suisse tauchten vorübergehend um bis zu 8,2 Prozent und wurden bei Handelsschluss zu 47,06 Franken bewertet, 6,4 Prozent tiefer als am Vortag. Die UBS, die zeitweise bis 6,1 Prozent nachgegeben hatten, notierten mit einem Minus von 3,9 Prozent bei 14,93 Franken. Verluste von mehr als zwei Prozent gab es auch für die Aktien von Swiss Re und Swatch Group. Von den 20 SMI-Titeln schlossen nur gerade Novartis und Syngenta mit je 0,1 Prozent knapp im Plus. (oku/ddp)

Erstellt: 22.01.2010, 19:47 Uhr

Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Telefonbuch

Marktplatz


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.