Wirtschaft

Holcim mit Gewinneinbruch im ersten Quartal

Aktualisiert am 06.05.2009 1 Kommentar

Der international tätige Zementkonzern Holcim hat im ersten Quartal einen herben Rückschlag erlitten – nicht nur beim Gewinn, sondern auch beim Umsatz.

Die Krise ist zu spüren: Das Holcim-Werk in Siggenthal-Würenlingen.

Die Krise ist zu spüren: Das Holcim-Werk in Siggenthal-Würenlingen. (Bild: Keystone)

Der Zementkonzern Holcim hat im ersten Quartal wegen der Wirtschaftskrise einen herben Rückschlag erlitten. Der Reingewinn brach um 80 Prozent auf 74 Millionen Franken ein. Vor einem Jahr hatte der zweitgrösste Zementkonzern der Welt noch einen Gewinn von 370 Millionen gemacht. Der Betriebsgewinn sackte um über die Hälfte auf 343 Millionen ab, wie Holcim am Mittwoch bekannt gab. Der Umsatz ging um 18 Prozent auf 4,523 Milliarden. zurück.

Damit hat der Konzern die Erwartungen der Analysten verfehlt. Diese hatten laut der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Umsatz von 4,6 Milliarden Franken und einem Reingewinn von 140 Millionen gerechnet.

Folgen der Wirtschaftskrise

Im ersten Quartal 2009 habe sich die Krise verschärft und weitere Länder erfasst, erklärte Holcim in der Mitteilung. Wegen der Talfahrt der Konjunktur und des strengen und langen Winters habe der Geschäftsgang in Europa und Nordamerika stark gelitten. Dagegen sei vor einem Jahr der Winter milde gewesen und die Baukonjunktur noch weitgehend intakt.

Verluste im Europageschäft

In Europa rutschte Holcim in die roten Zahlen und musste einen Betriebsverlust von 56 Millionen Franken hinnehmen, nach einem Betriebsgewinn von 270 Millionen vor einem Jahr. Und in Nordamerika weitete sich das Defizit von 88 Millionen auf 128 Millionen aus.

In Lateinamerika sowie Afrika und dem Nahen Osten verdiente Holcim ebenfalls deutlich weniger. Nur in Asien und Ozeanien konnte der Zementkonzern den Betriebsgewinn steigern.

Keine Prognose fürs Gesamtjahr

2009 werde ein schwieriges Jahr. In Europa und Nordamerika werde sich erst in den kommenden Monaten abzeichnen, wie stark die rückläufige Baustoffnachfrage auf den harten Winter oder die Wirtschaftsrezession zurückzuführen sei.

Die Sparprogramme und die rasche Stilllegung überschüssiger Kapazitäten würden die Folgen des Absatzrückgangs dämpfen, hiess es weiter. Auf eine Gewinnprognose für das Gesamtjahr werde verzichtet. (raa/sda)

Erstellt: 06.05.2009, 08:32 Uhr

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1 Kommentar

Nadine Binsberger

06.05.2009, 08:17 Uhr
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Verluste wären evtl. ein Problem. Aber 343 Mio. Gewinn ist gar kein Grund für schlechte Stimmung. Hier kommt wieder einmal dieser krankhafte Wachstumswahn zum Ausdruck. Dabei zeigt der Rückgang nur, daß die Konsumenten bereits vieles haben, von dem was sie brauchen. D.h. sie sind schon sehr nahe am Wohlstand. Wenn Wohlstand eintritt, schrumpft das Wachstum. Freuen wir uns doch! Antworten



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