Hollande: Ein «europäischer Champion» entsteht

Der Zusammenschluss von PSA und Opel weckt Phantasien. Frankreichs Präsident spricht bereits von der «Geburt eines europäischen Champions der Automobilindustrie».

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Der französische Autobauer PSA übernimmt von General Motors die europäischen Automarken Opel und Vauxhall. Der Kaufbetrag liege bei 1,3 Milliarden Euro, teilten die Unternehmen am Montag mit. Zu dem Geschäft gehört auch ein Joint Venture mit der Bank BNP Paribas, so dass sich ein Gesamtvolumen von 2,2 Milliarden Euro ergibt. Betroffen sind rund 40'000 Angestellte in zwölf Fabriken. Der Aktienkurs von PSA legte am Montag vorübergehend deutlich zu.

Sollten die Kartellbehörden zustimmen, entstünde der nach Volkswagen zweitgrösste europäische Autokonzern. Die Produktion könnte bei fünf Millionen Autos pro Jahr liegen. Das Geschäft soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Der Geschäftsführer von PSA, Carlos Tavares, sagte zu, die Arbeitsplätze bei Opel und Vauxhall zu erhalten. Der britische Wirtschaftsminister Greg Clark hiess die Zusicherungen von PSA willkommen. Die britische Regierung werde mit dem Konzern zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass Versprechen an Arbeitnehmer und Rentner eingehalten würden, sagte er. In den Vauxhall-Fabriken in Ellesmere Port und Luton sind insgesamt knapp 4500 Menschen angestellt.

General-Motors-Chefin Mary Barra sagte, für ihr Unternehmen sei das Geschäft ein weiterer grosser Schritt, um die Wirtschaftsleistung und die Geschäftsdynamik von GM zu erhöhen. «Das war eine schwierige Entscheidung für General Motors, aber wir sind der einhelligen Ansicht, dass es die richtige war», sagte Barra in Paris. Der Konzern hat mit beiden europäischen Töchtern seit 1999 keinen Gewinn mehr erwirtschaftet.

Der französische Staatspräsident François Hollande sprach von der «Geburt eines europäischen Champions der Automobilindustrie». Er sagte, der Staat habe richtig gehandelt, als er dem maroden PSA-Konzern in den vergangenen fünf Jahren gleich zweimal finanziell unter die Arme gegriffen hatte. Die Erholung des Konzerns sei nun komplett, sagte Hollande.

PSA war vor drei Jahren von chinesischen Investoren und dem französischen Staat gerettet worden. Tavares brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass durch eine bessere Ausnutzung der Fabriken Kosten eingespart werden könnten.

Der Verkauf passt zur derzeitigen Unternehmensstrategie von General Motors, statt auf Marktanteile auf grössere Gewinnspannen zu setzen. GM wird sein Produktionszentrum im italienischen Turin behalten, mit PSA soll unter anderem weiter bei Elektroautotechnologien und bei der GM-Marke Buick zusammengearbeitet werden. Dies dürfte die Entwicklungskosten senken. Beide Unternehmen rechnen mit Einsparungen von 1,7 Milliarden Euro bis 2026.

Anleger hiessen den Deal offenbar weitgehend willkommen: Die PSA-Aktie legte am Montag um vorübergehend 3,4 Prozent zu. In den Mittagsstunden lag sie bei 19,46 Euro. (cpm/dapd)

Erstellt: 06.03.2017, 13:44 Uhr

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