Hotelplan-Chef gibt auf

Aktualisiert am 16.03.2010

Nachdem er heute Morgen tiefrote Zahlen präsentieren musste, tritt Christof Zuber zurück.

Ein Verlust von über 20 Millionen Franken: Christof Zuber tritt ab.

Ein Verlust von über 20 Millionen Franken: Christof Zuber tritt ab.
Bild: Keystone

Nachdem die Migros-Reisetochter Hotelplan im Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende Oktober) operativ in die roten Zahlen gestürzt ist, geht ihr Chef Christof Zuber. Er gab seinen Rücktritt am Dienstag nach der Bilanzmedienkonferenz in Zürich-Glattbrugg bekannt.

Hans Lerch werde als Delegierter des Verwaltungsrates ab April Hotelplan führen, teilte der scheidende Gruppenchef mit. Über Zubers Rücktritt als Chef des angeschlagenen Reiseveranstalters war in den Medien bereits spekuliert worden.

Stellen abgebaut

Wirtschaftskrise, Währungsschwankungen und die Schweinegrippe drückten die Verkäufe und führten trotz Stellenabbau zu einem Betriebsverlust (EBIT) von 21,6 Millionen Franken. Im Vorjahr lag der Ebit der Hotelplan-Gruppe noch bei 13,6 Millionen Franken.

Der Umsatz der international tätigen Gruppe ging von 1,93 Milliarden Franken auf 1,62 Milliarden zurück. Belastet wird der Umsatz um 5,1 Prozent von Währungseffekten, vor allem wegen der Schwäche des britischen Pfunds.

Weniger Reisende

Hotelplan beförderte mit 1,72 Millionen Passagieren 3,8 Prozent weniger Reisende. Es werde weniger gereist, auch weniger lang und luxuriös, sagte Zuber. Zudem seien Reisen im vergangenen Geschäftsjahr generell etwas günstiger geworden. Dies könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Reisebranche generell in einer sehr schwierigen Lage stecke.

Verlust schrieb das Schweizer Geschäft, das knapp die Hälfte des Umsatzes ausmacht. Auch in Italien sind die Ergebnisse rot. Knapp über dem Strich halten konnte sich Hotelplan zumindest operativ in Grossbritannien und beim Ferienhaus-Vermittlungsgeschäft Interhome.

Restrukturierung abgeschlossen

Die finanzielle Lage der Gruppe ist komfortabler: «Wir haben eine äusserst robuste Bilanz», sagte Finanzchef Markus Glesti. Die Eigenmittelquote konnte um 3 Prozentpunkte auf 42 Prozent gesteigert werden, die flüssigen Mittel blieben mit 80 Millionen Fr. praktisch stabil.

Der Restrukturierungsprozess, zu dem der Abbau von über 500 Stellen auf rund 2450 Mitarbeiter gehörte, sei abgeschlossen, so Zuber. Dabei wurden etwa 200 Stellen in der Schweiz gestrichen. 180 Stellen sind nicht mehr bei Hotelplan, weil die Fluggesellschaft Belair an die Air Berlin verkauft wurde.

Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass im laufenden Geschäftsjahr als Folge der Kostenmassnahmen sich die Resultate wieder markant verbessern würden. Zuber hofft, dass der EBIT wieder positiv sein wird. (oku/sda)

Erstellt: 16.03.2010, 13:29 Uhr

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