IWF-Direktor sieht für Banken schwarz
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Konjunkturdaten drücken US-Börsen ins Minus
Enttäuschung über das Tempo der Konjunkturerholung in den USA hat den New Yorker Börsen am Dienstag den Schwung genommen. Nach einem geradezu euphorischen Wochenauftakt mit einem 13-Monats-Hoch bei den Standardwerten nahmen die Händler zudem Gewinne mit. Der wachsende Optimismus der US-Notenbank Federal Reserve für die US-Wirtschaft half aber im Verlauf, die Verluste zu begrenzen. Der Handel blieb vor dem Thanksgiving-Feiertag am Donnerstag dünn. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10'453 und einem Tief von 10'395 Punkten. Er ging 0,16 Prozent leichter bei 10'433 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 blieb praktisch unverändert bei 1105 Zählern. Die Technologiebörse Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 2169 Punkte nach.
In einem am Dienstagabend vorab veröffentlichten Interview der französischen Zeitung «Le Figaro» sagte der Chef des internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, es gebe immer noch riesige Verluste, die noch nicht offengelegt worden seien. 50 Prozent könnten noch in den Bilanzen der Banken verborgen sein.
«In Europa ist dieser Anteil grösser als in den Vereinigten Staaten», zitierte das Blatt den Chef des Internationalen Währungsfonds. Die Geschichte der Bankenkrisen zeige, dass es kein starkes und gesundes Wachstum geben könne, ohne dass die Bilanzen der Banken vollständig bereinigt seien, sagte Strauss-Kahn weiter.
Fed: Sorgen um Arbeitsmarkt
Die US-Notenbank Fed zeigt sich zunehmend optimistisch für eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft. Sorgen bereitet den Mitgliedern der Federal Reserve Bank aber weiterhin der Arbeitsmarkt. Ein Anstieg der Beschäftigung sei in Kürze nicht zu erwarten.
Dies ging aus dem am Dienstagabend veröffentlichten Protokoll der Fed-Sitzung vom 3. und 4. November hervor. Die Mitglieder seien zudem der Ansicht, dass ihr Festhalten an der Niedrigstzinspolitik über einen längeren Zeitraum einige negative Nebeneffekte haben könnte. So bestehe die Möglichkeit, dass niedrige Zinsen auf lange Sicht eine übertriebene Risikobereitschaft an den Finanzmärkten schüren könnten.
Noch länger Nullzinspolitik
Die Fed hat ihren Leitzins wegen der schweren Krise auf faktisch null Prozent gesenkt und zuletzt wiederholt bekräftigt, dass er dort noch eine längere Zeit bleiben dürfte. Grösste Probleme in den USA sind die knappe Kreditvergabe und der anhaltend schwache Arbeitsmarkt.
Erst wenn sich dort die Lage wieder entspannt und wieder mehr Menschen neu eingestellt werden als ihre Stelle verlieren, dürfte auch die Notenbank zu einer Kehrtwende in der Geldpolitik bereit sein. Fed-Chef Ben Bernanke hatte zuletzt gesagt, er gehe davon aus, dass sich der jüngste konjunkturelle Aufwärtstrend im kommenden Jahr fortsetzen werde.
Das Dilemma der Zentralbanken
Die Fed steckt genau wie die meisten anderen Zentralbanken im Dilemma, dass sie nicht genau weiss, ob der Aufschwung selbsttragend ist oder die Wirtschaft lediglich von den Stützungsmassnahmen der Regierungen und Notenbanken hoch gehalten wird.
Sollte dies der Fall sein, würde eine zu frühe Rücknahme der ultralaxen Geldpolitik die Konjunktur abwürgen. Zu lange mit dem Ausstieg aus der Politik des extrem billigen Geldes darf die Fed aber auch nicht warten, will sie keinen kräftigen Anstieg der Teuerung riskieren.
(cpm/ap/)
Erstellt: 24.11.2009, 22:50 Uhr
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