Wirtschaft
«Ich bin ja nun nicht arbeitslos»
Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 28.01.2010 9 Kommentare
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Herr Vasella, Sie haben Ihr Doppelmandat abgegeben. Wird Ihnen jetzt nicht langweilig?
Nun, ich bin ja nicht arbeitslos als Verwaltungsratspräsident. Aber ich bin froh, dass ich Novartis
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in einem sehr guten Zustand übergeben kann und mit Joe Jimenez eine gute Nachfolgeregelung gefunden habe. Wir sind gestern noch alle beim Nachtessen zusammengesessen und haben die Kollegen, die uns verlassen haben, verabschiedet.
Gab es intern keinen Widerstand gegen den Amerikaner Jimenez?Seine Ernennung wurde sehr gut aufgenommen. Anfangs, als er Chef der Pharmasparte wurde, gab es schon einige, die sagten, der verstehe ja nichts vom Geschäft. Das war auch normal, denn er kam aus einem anderen Geschäft. Doch nach einem halben Jahr, als alle gesehen haben, wie gut er seinen Job ausfüllt, war Ruhe. Nun zweifelt niemand mehr an seiner Kompetenz.
Was sind die drängendsten Probleme, die Ihr Nachfolger lösen muss?Die Übernahme von Alcon.
Novartis macht seit Jahren grosse Gewinne, andere Firmen haben massive Probleme. Wie sehen Sie die allgemeine wirtschaftliche Lage der Schweiz?Die Pharma ist seit Jahren ein stabiler Pfeiler der Schweizer Wirtschaft. Die Schweiz muss darauf achten, dass für erfolgreiche Firmen wie Novartis, Roche und Syngenta ein positives Klima erhalten bleibt. Nach der Krise in der Finanzbranche hat die Pharma ein noch stärkeres Gewicht für den Wohlstand.
Aber ihr Markt ist doch vorwiegend im Ausland.
Das stimmt, aber sehen Sie sich die Steuern an, die wir hier bezahlen, die Arbeitsstellen, den Exportüberschuss und all das intellektuelle Kapital, das wir verkörpern.
Weniger stabil war die Bankenbranche. Was denken Sie über die Krise der Grossbanken, vor allem der UBS?
Das ist schlimm für Zürich und die Schweiz. Ich glaube, die alte Führung hat zu sehr auf die Investoren gehört, die immer mehr Gewinn und Wachstum fordern. Die grossen Investitionsfonds werden ja von Agenten verwaltet, nicht von den Besitzern, und diese achten oft nur auf die kurzfristige Aktienperformance, da sie dafür bezahlt werden. Und wenn man zu schnell wachsen und zu viel verdienen will, dann geht man nicht kalkulierbare Risiken ein und verliert offensichtlich den Überblick.
Wie beurteilen Sie als Aussenstehender die Rolle der USA, die rigoros die Herausgabe von Kundendaten verlangen?
Es ist doch verständlich, dass man Druck macht, wenn man einen Konkurrenten so am Wickel hat. Und wenn dann noch die Regierung schwach wird ...
Sie meinen die Herausgabe der ersten 255 Daten an die USA im vergangenen Jahr.
Klar. Wenn einmal das Prinzip gebrochen ist, dann kann man die Flut nicht mehr aufhalten. Das ist mit dem Bankgeheimnis auch so.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 28.01.2010, 09:05 Uhr
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9 Kommentare
Bedenkt man, dass mit diesen in der Schweiz gebunkerten Vermögenswerten das Land saniert werden könnte! Angenommen, sämtliche auch des Bankers Gewinne müssten wie Lottogewinne zu einem Drittel versteuert werden - wie dann das, zur Transparenz gezwungene Bankgeheimnis, zudem des Volkes Guthaben prädestinieren würde > Sogar der ÖV wäre da gratis! IV, Sozialwesen, Renten, Wohnungen vollsubventioniert Antworten
Ich war nicht Anhänger von Vasella. Das, was er über Bank Geheimnis und UBS denkt, bin ich total mit ihm einverstanden. Gegen die USA zu kämpfen ist nicht einfach, aber einfach kapitulieren und alles machen, was der Big Brother möchte, ist nicht die Lösung! Das Bankgeheimnis ist lebenswichtig fürs Land. Es lohnt sich, unsere Werte zu verteidigen! Herr Vasella, Bern ruft und wir brauchen Sie dort! Antworten
Vasella leistet Grossartiges. Interessant wäre ein Bericht über die Sozialbilanz von Novartis in den letzten 10 Jahren. Insbesondere bezahlte Steuern der juristischen Person und sämtlichen Angestellten. Und die ewige Lohndebatte ? Lässt sich wohl einer finden, der so gut ist für 0.045% Lohn bezogen auf den Umsatz (bei gleichzeitiger Einsparung des VR-Präsidenten) ? Sportler und Schauspieler ? Antworten
@Lippold. Verstehe ich Sie richtig? Das intellektuelle Potential der Schweiz wird nur durch schweizer Bürger repräsentiert? Natürlich haben Sie auch von der Arbeit in den Betrieben der chemischen Industrie der Schweiz keinen blassen Schimmer. Was möchten Sie gerne exportieren? Käse? Schokolade oder was? Also bitte erst denken und dann schreiben. Woher denken sie kommen die Steuergelder in Basel? Antworten
Herr Vasella lässt offensichtlich keine Gelegenheit aus, die Abhängigkeit der Schweiz auch von der Pharma-Industrie zu betonen. Und unter den "Kollegen" Grossverdienern nimmt man sich gegenseitig in Schutz. Demokratisch gewählte Regierungen werden da immer die Prügelknaben sein. Von welchem intellektuellem Kapital spricht Herr Vasella denn? Wieviele Schweizer sind bei Novartis darunter? Antworten
Sehr geehrter Hr.Dr. Vasella, Sie haben grosses geleistet alle Achtung und besten Dank voerst. Nun haben Sie sich ja nicht zur Ruhe gesetzt im Gegenteil, nun führen Sie den Dirigentenstock zuoberst und haben die grosse Verantwortung über die Qualität der "MUSIK" welche in Ihrem Orchester in Zukunft gespielt wird---und WO--- in Zukunft ? Neue Musik könnte ich mir in Bern vorstellen, keine Lust ? Antworten
ich frage mich immer wieder wenn intressiert den lohn von Herr vasella ??? Den Sinn habe ich nie erfasst . als normalbürger habe ich keine ahnung wie die ihr lohn berechnen . für mich ist viel wichtiger das der anständig seine steuern bezahlt und pünktlich des handwerkers rechnung ! Antworten
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Luzia Keller
@ralph kocher: wie gut Ihre Argumente tönen, danke dafür! Wer sich jetzt für das Wohl der gedemütigten und frustrierten BürgerInnen in der Schweiz einsetzt und wirklich Zeichen setzt, wird ein Denkmal erhalten und in die Geschichte eingehen! Aber es müssen die unteren und mittleren Schichten davon profitieren können und zwar genau da, wo Sie es erwähnt haben :-) Eine Träumerei? Antworten