Wirtschaft

Illegal: Migros pflastert Schweizer Ortstafeln zu

Von Simone Matthieu. Aktualisiert am 15.04.2009 130 Kommentare

Der Detailhandelsriese startet heute seine neue Werbekampgane. Dabei greift er auch zu ungewöhnlichen Mitteln. Die Migros hat in einer Guerilla-Aktion in 57 Schweizer Gemeinden die Ortstafeln abgeändert.

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Zur Lancierung ihrer neuen Image-Werbekampagne, die heute abend in Zürich präsentiert wird, liess sich die Migros einiges einfallen. Zum Beispiel mit einer unvorangekündigten Guerilla-Aktion in 57 Schweizer Gemeinden, die ein M im Namen haben und in denen es auch eine Migros-Filiale gibt. In diesen Orten wurde heute an den Ortstafeln das M im Namen durch ein oranges M ersetzt. So zum Beispiel hier in Muri AG ...
Bild: JVM

   

Wer heute durch die Schweiz fuhr, hat wohl bei den Ortstafeln da und dort zwei Mal hingeschaut: Alle Gemeinden mit einem M im Namen und einer Migros-Filiale bekamen ein oranges M verpasst. Ortsschilder wurden zu Migros-Schildern.

Die Aktion sollte aber nicht nur ein Gag sein, sondern den Migros-Kunden auch etwas bringen: In den 57 Gemeinden bedankte sich die Migros bei ihren Kundinnen und Kunden mit einem Schweizer Apfel. Äpfel erhielten Migros-Shopper auch in allen anderen Filialen des Landes.

Behörden wurden nicht informiert

«Mit der M-Aktion möchten wir die Bevölkerung überraschen und auf die neuen TV-Spots, Plakate und Anzeigen aufmerksam machen. Und nicht zuletzt freuen wir uns, wenn wir damit auch das eine oder andere Schmunzeln auslösen können», sagt der Werbeleiter der Migros. Die Aktion ist auf einen Tag beschränkt.

Die Behörden der betroffenen Städte wurden nicht über die Verzierung ihrer Ortstafeln informiert – sonst wäre das Ganze ja auch keine echte Guerilla-Aktion. Ob das noch Konsequenzen hat für Duttweilers Genossenschaft? Die Migros versichert zwar gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet, dass die Sicherheit an erster Stelle stehe und die einwandfreie Lesbarkeit der Ortstafeln absolut gewährleistet bleibt.

Hat das Konsequenzen?

Doch Ortschilder verunstalten oder verzieren ist nicht erlaubt wie die Kantonspolizei Zürich gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet bestätigt. Wer es trotzdem tut, muss je nach Goodwill der Gemeinde mit einer Verzeigung und dann mit einer Busse rechnen. Ausserdem kann nach Ermessenspielraum Schadenersatz eingeklagt werden – der Betrag ist abhängig davon, wie stark beschädigt das Schild ist.

Die M-Kleber seien ohne Rückstände abziebar und die Migros sorge noch heute Abend dafür, dass die Ortsschilder wieder in ihren alten Zustand versetzt werden, heisst es bei der Werbeagentur Jung von Matt/Limmat, welche die ganze Werbekampagne inklusive M-Klebern auf den Ortsschildern für die Migros ausgeheckt hat.

In diesem Fall dürfte die Vandalen-Aktion also höchstens für ein Schmunzeln sorgen – genau das, was die Migros will. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.04.2009, 11:17 Uhr

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130 Kommentare

Hans Scholl

14.04.2009, 17:14 Uhr
Melden

macht unsereins sowas, dann gibt's ne anklage wegen sachbeschädigung. originell hin oder her! Antworten


Vera Meier

14.04.2009, 17:17 Uhr
Melden

So nicht, MIGROS !!! Antworten



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