Wirtschaft

Immobilienfinanzierer HRE mit Milliardenverlust

Aktualisiert am 26.03.2010

Die Hypo Real Estate belastet den deutschen Staat nach der Verstaatlichung im vergangenen Jahr mit einer schlechten Rechnung. Und die Bank muss einen neuen Chef suchen.

Er stellt sein Amt als Konzernchef zur Verfügung: Axel Wieandt.

Er stellt sein Amt als Konzernchef zur Verfügung: Axel Wieandt.
Bild: Keystone

Unter dem Strich häufte die Hypo Real Estate (HRE) bis zum Jahresende 2009 ein Minus von rund 2,2 Mrd. Euro an. Mit der Rückkehr in die Gewinnzone rechnet der Konzern weiterhin frühestens im Jahr 2012, wie er am Freitag mitteilte. Neben dem operativen Geschäft muss sich die HRE auch noch um die Suche nach einem neuen Konzernchef kümmern, nachdem Axel Wieandt am Donnerstag überraschend zurückgetreten war.

Im vergangenen Jahr drückte vor allem die weitere Vorsorge für den möglichen Ausfall von Krediten auf das Ergebnis. Auch Zahlungen an den deutschen Staat von insgesamt 229 Millionen Euro für die finanzielle Unterstützung des Konzerns belasteten die HRE.

Im Jahr 2008 war der Verlust mit fast 5,5 Mrd. Euro aber noch mehr als doppelt so hoch ausgefallen. Damals war der Konzern in letzter Minute vom Bund und anderen Banken gerettet worden und hat inzwischen mehr als 100 Mrd. Euro Unterstützung erhalten, um nicht zu kollabieren. Seit Herbst 2009 ist die HRE vollständig im Staatsbesitz.

Schlechte Papiere werden ausgelagert

Der Rücktritt von Chef Wieandt war am Donnerstag offiziell mit unterschiedlichen Auffassungen über die Geschäftspolitik zwischen ihm und dem deutschen Bankenrettungsfonds SoFFin begründet worden.

Seine Nachfolgerin Manuela Better, die die HRE übergangsweise leitet, sieht das Unternehmen auf einem guten Weg. «Wir haben den Konzern im Jahr 2009 stabilisiert und die Verluste deutlich reduziert», sagte sie. Dennoch erwartet sie weiter Verluste.

Im laufenden Jahr würden vor allem die Kosten für die Einrichtung einer Abwicklungsanstalt (Bad Bank) das Ergebnis belasten. In die Bad Bank will die HRE Vermögenswerte von bis zu 210 Mrd. Euro auslagern und die Bilanzsumme damit von 370 auf 160 Mrd. Euro verringern. (vin/sda)

Erstellt: 26.03.2010, 11:33 Uhr

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