Wirtschaft
Island steht vor Staatsbankrott
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Es bestehe eine «reelle Gefahr», dass Island so stark von der Finanzkrise betroffen sei, dass am Ende der Staatsbankrott stehe. Das sagte Ministerpräsident Geir Haarde vor dem Parlament in Reykjavik.
Jetzt hat die Regierung mit einem Eilgesetz die Kontrolle über alle Banken des Landes übernommen. Haarde kündigte als ersten Schritt den Verkauf von Auslandsaktivitäten der führenden Geldinstitute an.
Banken: Zehn Mal das BIP
Die extrem aggressive internationale Expansion der drei grössten isländischen Banken gilt als entscheidende Ursache für die akute Krise auf der Nordatlantikinsel mit gut 300'000 Einwohnern. Die Regierung kann Banken umgehend verstaatlichen, zu Fusionen zwingen, Spitzenmanager auswechseln und Grenzen für deren Entlohnung setzen.
Ob nationale staatliche Mittel ausreichen, um den gefährdeten Bankensektor zu stabilisieren, gilt als zweifelhaft. Das Bilanzvolumen der drei führenden Banken ist zehnmal so gross wie das jährliche Bruttoinlandprodukt. Als möglicher Ausweg werden in Reykjavik Mittel aus den nach internationalen Massstäben sehr grossen Pensionsfonds des Landes angesehen.
Weltweit auf Platz 1 im Lebensstandard
Island war bisher immer in einer sehr guten wirtschaftlichen Lage. Es hat eines der grössten Pro-Kopf-Einkommen der Welt und steht seit letztem Jahr auf Platz Eins der Liste des menschlichen Entwicklungsstandes, dem Human Development Index (HDI). Das Wirtschaftswachstum war in den letzten Jahren hoch, die Arbeitslosenquote etwas über 1 Prozent. (oku/sda)
Erstellt: 07.10.2008, 10:00 Uhr
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