UPC kassiert mehr für Kabelanschluss

Mit einem höheren Preis und einem neuem Grundangebot treibt der Anbieter den Umsatz pro Kunde in die Höhe.

UPC erhöht den Preis und bringt ein neues Grundangebot: Ein Kabelanschluss für Fernseh-, Radio- und Internetempfang. Foto: Keystone

UPC erhöht den Preis und bringt ein neues Grundangebot: Ein Kabelanschluss für Fernseh-, Radio- und Internetempfang. Foto: Keystone

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Es ist die zweite grössere Preiserhöhung in Serie: Der Fernsehanschluss von UPC kostet ab nächstem Jahr mindestens 36.90 Franken pro Monat. Den Aufschlag um 9 Prozent gegenüber dem heutigen Preis rechtfertigt der Anbieter mit Investitionen in sein Netz, dem Ausbau des Angebots und einer Erhöhung der Urheberrechtsgebühren. Letztere werden ebenfalls mit dem Grund­anschluss in Rechnung gestellt. Sie steigen allerdings nur marginal, um 18 Rappen auf nächstes Jahr.

Bereits auf Anfang dieses Jahres hob UPC, im Volksmund nach wie vor besser bekannt unter dem Namen Cablecom, den Preis für das Grundangebot mit ähnlichen Argumenten um 13 Prozent von 29.95 auf 33.95 Franken an. Auffällig ist, dass die beiden jüngsten Preisanpassungen vergleichsweise hoch ausfielen und beide erfolgten, nachdem die Zuständigkeit des Preisüberwachers für die Ausgestaltung des Grundangebots im letzten Herbst endete. Mit dem Argument, es herrsche nach dem Markteintritt von Swisscom und Sunrise nun genügend Wettbewerb im Fernsehgeschäft.

Neues Grundangebot

Sofern der Kunde keine weiteren Produkte bei UPC abonniert, erhält er mit dem Basisangebot 88 Fernsehkanäle, davon 59 in HD-Qualität. Ebenfalls dabei ist ein Festnetzanschluss sowie ein Internetzugang mit einer Datengeschwindigkeit von 2 Megabit pro Sekunde. Was heute als vergleichsweise langsam gilt.

Infografik: UPC-Anschlussgebühren

Gleichzeitig mit der gestern bekannt gegebenen Preiserhöhung stellte UPC für Ende September ein neues Grund­angebot mit schnellerem Internet­zugang vor. Zum Preis von 49 Franken bietet es eine Internetgeschwindigkeit von 40 Megabit pro Sekunde.

Dieses neue Grundangebot ist gleichzeitig der Versuch, direkt mit den Kunden in eine Geschäftsbeziehung zu treten. Denn rund 65 Prozent der Kunden überweisen den Betrag für den Basis­anschluss heute nach wie vor ihrem Vermieter als Teil der Nebenkosten. Dass die Kosten für den Grundanschluss in den meisten Fällen in den Nebenkosten versteckt waren, trug UPC den Vorwurf ein, die Preise nicht transparent dar­zustellen. Damit die Kunden das neue Grundangebot nutzen können, müssen sie direkt mit UPC einen Vertrag abschliessen, dafür entfällt dann die separate Grundgebühr. Voraussetzung ist, dass der Vermieter informiert wird.

Höhere Margen

Mit dem Preis für das neue Angebot hat UPC für Gesprächsstoff unter Branchenvertretern und Telecomexperten gesorgt. «Die Konkurrenten werden bei den Preisen für ihre Basisangebote ­sicher in Zugzwang kommen», sagt Oliver Zadori vom Preisvergleichsdienst Dschungelkompass. Und Fredy Künzler vom Internetanbieter Init7 sagt: «Die Vorleistungsprodukte der Stadtwerke und Swisscom für Glasfaser sind damit massiv zu hoch. Wir wären deshalb nicht in der Lage, ein vergleichbares Produkt zu diesem Preis zu produzieren.»

Mit diesen Anpassungen am Grundangebot stellt UPC vor allem eines ­sicher: Der Umsatz pro Kunde wird auf jeden Fall zunehmen. Denn jene Kunden, die sich nicht für das neue, höherpreisige Grundangebot entscheiden, zahlen ab 2017 ebenfalls mehr.

Zu den Erwartungen, wie sich die Kunden nach diesen Anpassungen am Angebot verhalten werden, will UPC keine Aussagen machen. Genügend Möglichkeiten, die Sensibilitäten der Kunden beim Preis zu testen, gab es für UPC aber genug. In den vergangenen Jahren stiegen die Preise regelmässig. Und damit auch der Profit, wie sich aus den Geschäftszahlen herauslesen lässt: Die Marge beim Operativen Cashflow, den die UPC-Muttergesellschaft Liberty Global veröffentlicht, ist über die letzten Jahre konstant gestiegen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.09.2016, 21:43 Uhr

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