Wirtschaft
Kanada droht der UBS
In Kanada droht der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) weiter Ungemach. Der für Steuern zuständige Minister des Landes, Jean-Pierre Blackburn, droht der Schweizer Grossbank laut einem Bericht von «Bloomberg» mit einem Gerichtsverfahren. Die Regierung verlangt von der UBS wie die USA Daten von potenziellen Steuersündern: «Wir sind hier sehr entschlossen, wir wollen eine Liste der Kunden und wir hoffen, dass die UBS mit uns vollständig zusammenarbeitet», erklärte der Minister gestern.
Blackburn sagte auch, dass sich bereits 88 Kunden der UBS bei den Steuerbehörden gemeldet hätten. Dabei hätten sie bisher verheimlichte Einkommen offengelegt. 41 dieser Kunden sind gemäss den Aussagen des Ministers mit der Regierung bereits Vereinbarungen eingegangen. Sie haben gegenüber der Regierung 15 Millionen kanadische Dollar verschwiegen, das entspricht 14,33 Millionen Franken. Minister Blackburn konnte noch nicht beziffern, wie viel dank den Offenlegungen in die Kasse der Steuerbehörden fliessen wird.
Die Drohung der Kanadier mit rechtlichen Schritten gegen die UBS ist nicht neu. Minister Blackburn hat sie schon Ende August geäussert. Rechtsexperten haben damals bezweifelt, dass der Regierung hier Erfolg bescheiden sein könnte, da die rechtlichen Grundlagen für ein Verfahren nicht gegeben seien. Möglicherweise geht es der Regierung aber vor allem darum, eine Drohkulisse gegenüber den potenziellen Steuerhinterziehern aufrechtzuerhalten. Dazu passt auch die Meldung, dass sich einige bereits freiwillig gemeldet haben. Auch die US-Behörden hatten damit Erfolg, denn beim südlichen Nachbarn haben sich bereits 9000 UBS-Kunden von sich aus gemeldet. (mdm)
Erstellt: 03.12.2009, 10:54 Uhr
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