«Kann noch nicht fassen, was passiert ist»

Nach dem Tod von Carsten Schloter wendet sich der Präsident der Swisscom mit einer Videobotschaft an die Angestellten. Diese drückten ihre Gedanken in einem Kondolenzbuch aus.

«Wir alle werden Zeit brauchen, mit dieser Nachricht umzugehen»: Hansueli Loosli. (Video: Youtube/Swisscom)


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«Unsere Gedanken sind bei der Familie und den Angehörigen», sagt Hansueli Loosli. «Ihnen wünschen wir jetzt viel Kraft und Zuversicht.» Der Präsident der Swisscom hat sich nach dem gestrigen Tod von Carsten Schloter entschieden, den Angestellten via Video eine Botschaft zukommen zu lassen. Darin spricht er über seine Gefühle und würdigt den verstorbenen Konzernleiter für seine Leistung bei der Telekomfirma.

Man habe Carsten Schloter gekannt als Menschen mit einer unglaublichen Energie und Schaffenskraft, sagt Loosli. Schloter habe die Swisscom in all den Jahren visionär, strategisch klug und erfolgreich in ein neues Zeitalter geführt. «Sein Wirken hat die gesamte Telekombranche nachhaltig geprägt», sagt Loosli über den Deutschen, der seit 2006 die Swisscom leitete.

«Wir verlieren mit ihm einen aussergewöhnlichen Menschen und den besten CEO», sagt Loosli. Schloter seien die Mitarbeitenden am Herzen gelegen. «Wir sind Carsten für alles dankbar, was er für Swisscom und uns alle geleistet hat, und wir werden seine Vision und seine Strategie in seinem Sinne konsequent weiterführen.» In diesem schwierigen Moment stehe die Führungscrew zusammen und sei für die Mitarbeitenden da.

Mitarbeiter können sich Suizid nicht erklären

Auch die Angestellten sind bestürzt. Man empfindet Schloters Tod als schweren Verlust. So sagt ein Swisscom-Mitarbeiter heute zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet, dass es wahnsinnig schwierig werde, die charismatische Führungskraft Schloters zu ersetzen. «Intern war jedermann und jedefrau schockiert», berichtet die Person. Niemand habe sich vorstellen können, was diese Persönlichkeit in so eine ausweglose Lage bringen konnte.

Auch über Twitter zeigten sich viele Mitarbeiter tief betroffen vom Tod des Konzernchefs. «Er konnte unglaublich gut kommunizieren und motivieren», schreibt ein Angestellter über den Social-Media-Kanal. «Ciao Carsten», schreibt ein anderer Mitarbeiter der Swisscom. «Du wirst uns fehlen. Ein ganz Grosser ist nicht mehr.»

Hunderte von Eintragungen im Kondolenzbuch

Die rund 16'000 Swisscom-Mitarbeiter hatten gestern über ein E-Mail sowie über das firmeneigene Intranet vom Tod Schloters erfahren. Zu deren Betreuung wurde eine Care-Nummer eingerichtet. Das Sorgentelefon sei vereinzelt genutzt worden und weiterhin aktiv, sagt eine Swisscom-Sprecherin. Am nächsten Montag um 9 Uhr ist zudem eine Schweigeminute geplant.

Auf dem Intranetportal wurde bereits gestern ein Kondolenzbuch eingerichtet. Wie ein Mitarbeiter berichtet, umfasst dieses inzwischen über 500 Einträge. «Ich staune, wie persönlich der Mensch für viele Mitarbeiter gewesen sein musste», sagt die Person. Manche Sprüche würden so klingen, als gälten sie einem Angehörigen der eigenen Familie.

Viele der Schreibenden seien fassungslos, schockiert. «Du wirst unersetzbar bleiben in Deinem Wirken für uns», heisst es in einem der Kondolenzsprüche an Carsten Schloter, welche der Redaktion weitergeleitet wurden. «Du wirst jetzt die Ruhe erhalten, welche in Deinem Leben gefehlt hat.» (ssc)

Erstellt: 24.07.2013, 17:47 Uhr

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