Wirtschaft

Karstadt: Rettung gesichert

Die insolvente Warenhauskette Karstadt scheint das Schlimmste überstanden zu haben. Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen konnte eine Mietsenkung erwirken.

Eine Institution in Gefahr: Der Karstadt-Bummel gehörte einst zum Alltag in Deutschland.

Eine Institution in Gefahr: Der Karstadt-Bummel gehörte einst zum Alltag in Deutschland.
Bild: Keystone

Die Rettung der Warenhauskette Karstadt scheint nun sicher: Die Investoren des Vermieterkonsortiums Highstreet haben den vom Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen geforderten Mietsenkungen am Donnerstag in London grundsätzlich zugestimmt, wie ein Highstreet-Sprecher der Nachrichtenagentur DAPD bestätigte.

Auch zeichnete sich bei den sogenannten Mezzanine-Gläubigern eine grundsätzliche Einigung über die Mietsenkungen ab, wie aus Kreisen der Beteiligten zu erfahren war. Der Highstreet-Sprecher Richard Speich sagte: «Es gibt noch keine finale Zustimmung.» Es sei noch «Papierarbeit» zu leisten.

Erst danach wäre der Weg für die Rettung der Warenhauskette mit rund 25'000 Beschäftigten durch Berggruen frei. Eine Einigung bei den Mietkonditionen ist Voraussetzung für das Inkrafttreten des Kaufvertrags zwischen Berggruen und Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg.

Mit dem Schlimmsten gerechnet

Das Amtsgericht Essen will am Freitag über den Karstadt-Insolvenzplan entscheiden. Der Termin war zuvor bereits viermal verschoben worden, weil eine Einigung im Mietstreit zwischen Berggruen und dem Vermieterkonsortium Highstreet noch ausstand.

Insolvenzverwalter Görg hat mit dem Schlimmsten gerechnet. Auf einer Gläubigerausschusssitzung am Donnerstagabend wollte er daher ein Liquidationsszenario vorstellen, sagte Sprecher Thomas Schulz und bestätigte damit einen Bericht der «Financial Times Deutschland». Demnach wurde die Präsentation des Szenarios mit der Einladung an die Ausschussmitglieder versandt. Der Plan sehe vor, dass die Karstadt-Sport- und Premiumhäuser bis Jahresende verkauft und alle anderen Filialen bis Ende Februar 2011 geräumt werden.

«Die Zocker laufen zur Hochform auf»

Schulz übte zugleich scharfe Kritik an Highstreet und seinen Gläubigern. «Die Zocker laufen zur Hochform auf», sagte er mit Blick auf die knappe zeitliche Planung. Bis zum Donnerstag um Mitternacht musste es eine Einigung über die künftigen Mietkonditionen geben. Dies habe Highstreet schon lange gewusst und die Abstimmung über die künftigen Mietverträge trotzdem bis zum Schluss hinausgezögert, monierte Schulz. Dabei hätten alle eine Verantwortung für die rund 25.000 Karstadt-Beschäftigten, für die das Geschacher eine nervenzerreissende Angelegenheit sein dürfte. (raa/dapd)

Erstellt: 02.09.2010, 19:52 Uhr

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2 Kommentare

Renéà Müller

02.09.2010, 11:54 Uhr
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1.Phase, Fusion. 2. Phase Ausgliederung der Immobilien. 3. Phase Pleite. 4. Phase Immobilien in Büros umbauen, da es alles sehr gute Stadtmittelagen sind. Und schon sind die Oberabzocker zufrieden. So läuft es auch in der Schweiz. Siehe Cardinal und weitere. Antworten


Barbara Grunder

02.09.2010, 07:58 Uhr
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Wird das jetzt dasselbe "Theater" wie bei Quelle ? Einfach nur peinlich. Antworten



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