Wirtschaft

Kieser lässt in China die Muskeln spielen

Von David Vonplon. Aktualisiert am 13.03.2009

Auch die Asiaten sollen schwitzen: Kieser Training eröffnet in Singapur einen Pilotbetrieb. Danach will das Schweizer Unternehmen den chinesischen Markt erobern.

Bald auch in China, Thailand und Malaysia? Fitness-Studio von Kieser Training.

Bald auch in China, Thailand und Malaysia? Fitness-Studio von Kieser Training.

Mit seiner spartanischen Fitness-Philosophie hat Werner Kieser in der Schweiz, aber auch in Deutschland und weiteren westeuropäischen Ländern die Fitnessbranche erobert. Nun bringt sich der Zürcher Muskel-Trainer in Form für den asiatischen Markt. «Wir werden in Kürze ein Fitness-Studio in Singapur eröffnen», erklärt Jörg Pribil, CEO von Kieser Training auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Der Stadtstadt fungiert gleichsam als Brückenkopf für den gesamten asiatischen Markt: Vom Erfolg des Pilotbetriebs macht Pribil abhängig, ob das Unternehmen weitere Fitness-Studios in Hong Kong und Malaysia, aber auch in China und Thailand eröffnen wird.

Noch kein lokaler Partner in China

In den asiatischen Markt vorstossen will Kieser Training mit einem so genannten Master-Franchise-Konzept: Das Unternehmen sucht nach lokalen Partnern, die für ein jeweiliges Land eine Lizenz erwerben. Im Gegensatz zu Singapur hat das Unternehmen indessen noch nicht den richtigen lokalen Partner gefunden für den Schritt nach China. Die bisherigen Interessenten sind zu klein, um dem Unternehmen die Sicherheit zu geben, dass sie die Marke auf dem riesigen Markt erfolgreich platzieren. Doch der Einstieg scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Pribil: «Wir analysieren den Markt genau und schauen uns an, wie der Konsument dort tickt.» Schliesslich kläre man ab, wie gross die Wahrscheinlichkeit sei, dass Kieser mit seinem Konzept Erfolg haben könnte.

In China hat die Regierung vor 13 Jahren ein «Nationales Programm für körperliche Ertüchtigung» beschlossen. Seit 2005 müssen beim Bau neuer Wohnquartiere auch Fitness-Einrichtungen eingeplant werden. Nicht in allen Konsumentenregionen Asiens jedoch legen die Menschen ein Freizeitverhalten an den Tag, das mit dem Westen vergleichbar ist: Gerade in wirtschaftlich weniger oder erst spät entwickelten Ländern ist der Eigenantrieb zur Selbstvorsorge, wie auch das Körper- und Gesundheitsbewusstsein nach westlichem Muster noch nicht weit verbreitet. «Einige Länder haben eine rasante Entwicklung zum Konsumstaat durchgemacht », führt Pribil aus, «man weiss, dass das Körperbewusstsein erst nach einer gewissen Zeit nachkommt.»

Keine überstürzte Expansion

Kieser Training ist heute in neun Ländern vertreten und betreibt insgesamt 151 Studios, 19 davon in der Schweiz, 119 in Deutschland. Einer überstürzten Expansion erteilt Pribil jedoch eine Absage: «Wir werden nichts übers Knie brechen. Wir wollen uns auf keinen Fall mit grossen Risiken behaften, sondern organisch wachsen.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.03.2009, 11:45 Uhr

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