Kleine und mittlere Unternehmen meistern die Krise gut
Von Andreas Flütsch. Aktualisiert am 17.02.2010
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Die mittelständischen Schweizer Maschinenfirmen überstehen die Krise deutlich besser als gedacht. Die Zahl der Vollzeitstellen in den exportorientierten KMU ist nur um 3,2 Prozent zurückgegangen. Und das in der grössten Rezession seit Jahrzehnten. Dies zeigen Erhebungen für das Geschäftsjahr 2009 des Industrieverbands Swissmechanic bei 1300 Mitgliedsfirmen mit rund 65'000 Mitarbeitenden.
Der geringe Abbau ist umso erstaunlicher, als in den 3,2 Prozent Rückgang im letzten Jahr auch natürliche Abgänge enthalten sind. Wie viele dies sind, kann Robert Welna, Direktor von Swissmechanic, nicht sagen. Dennoch ist klar, dass die Zahl der Entlassungen deutlich kleiner sein muss.
Wieso bauen die Mittelständler nur so wenig ab, wo doch die Arbeitslosigkeit der ganzen Maschinenbranche Ende 2009 auf 5,2 Prozent kletterte? Welna ist selbst erstaunt: «Wir haben mit mehr Abbau gerechnet, vor allem bei Grossfirmen.» Er könne sich die Entwicklung nur damit erklären, dass manche Betriebe «weniger konjunkturabhängig» sind als angenommen. Und «viele Betriebe nehmen erst im Notfall Entlassungen vor.» Ein Grossteil der Mitgliedsfirmen in der stark vom Export abhängigen Branche seien «punkto Technologie und Produktivität top». Einzelne Patrons würden sogar zusätzliches Kapital einschiessen, um Spitzenleute in der Krise halten zu können.
Nordwestschweiz trifft es hart
Die Umfrage von Swissmechanic hat noch eine weitere Überraschung zutage gefördert: Die 1300 Mitgliedsfirmen beschäftigten 2009, trotz Rezession, ein Prozent mehr Lehrlinge als im Vorjahr.
Regional verläuft die Entwicklung der Beschäftigung von Mitarbeitern und Lehrlingen indes unterschiedlich (siehe Grafik). Am härtesten traf es die Nordwestschweiz, am besten schnitt die Zentralschweiz ab, die zudem fast 7 Prozent mehr Lehrlinge beschäftigt und damit andere Regionen weit übertrifft (siehe Grafik Lehrlinge). Über den Erwartungen schneidet die Romandie ab, die jedoch den kleinsten Zuwachs bei den Lehrlingen aufweist. Der Einbruch in der Nordwestschweiz habe auch damit zu tun, dass dort mehrere grössere Betriebe «massiv abbauen und in einem Fall schliessen mussten». Ein Arbeitgeber in dieser Region habe von 300 auf 70 Leute abgebaut, statt 47 Lehrlingen bilde er in Zukunft keine mehr aus.
Mehr Lehrlinge in Kleinfirmen
Nicht eingetroffen ist die Befürchtung von Swissmechanic, dass Grossbetriebe in der Krise mehr Mitarbeiter entlassen. Punkto Abbau schneiden Firmen mit mehr als 251 Mitarbeitenden (minus 1,5 Prozent) und Kleinstbetriebe bis 10 Mitarbeiter (minus 1,7 Prozent) am besten, Firmen mit 51 bis 100 Mitarbeitern (minus 5,2 Prozent) am schlechtesten ab. Weniger Lehrlinge beschäftigen nur die Grossbetriebe; bei allen anderen Betriebsgrössen ist ihre Zahl gestiegen, am stärksten in den Kleinstbetrieben, die drei Prozent mehr Junge ausbilden.
Der Ausblick von Swissmechanic für 2010 bleibt vorsichtig. «Ein Grossteil der Mitglieder glaubt, dass die Talsohle durchschritten ist und es wieder aufwärtsgeht», sagt Welna, «aber die Erholung verläuft wesentlich langsamer als der Einbruch.» Lässt der Aufschwung allzu lange auf sich warten, «müssen einzelne Betriebe Personal abbauen».
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.02.2010, 09:03 Uhr
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