Wirtschaft

Klotzen für ein neues Image

Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 24.08.2010 49 Kommentare

Die UBS lanciert nicht nur eine neue Werbekampagne. Sie setzt in den nächsten vier Jahren insgesamt eine halbe Milliarde Franken ein, um sich der Öffentlichkeit von ihrer besten Seite zu präsentieren.

Die UBS macht auf Swissness: Auch Konzernchef Oswald Grübel weiss, dass das für die Zukunft zentral ist.

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Formel 1 für die UBS-Kunden

Bei der UBS wird erwartet, dass vor allem Oswald Grübel selber und Ulrich Körner – beide Fans schneller Autos – oft an den Autorennen zu sehen sein werden. In der Summe von 200 Millionen Franken, welche die UBS für die Formel 1 aufwenden will, ist nicht nur die Zuwendung an den Rennveranstalter selber inbegriffen. Miteingerechnet sind die Kosten für die Unterbringung der geladenen Gäste und des Managements, die Werberechte sowie die Kosten für die Kundenplattformen. Trotzdem wird die UBS zu einem der grössten Sponsoren des Rennzirkus. Mit ähnlichen Beträgen dabei sind auch das Transportunternehmen DHL, die deutsche Allianz-Versicherung sowie die südkoreanische LG-Electronics. Weitere Grosssponsoren, allerdings mit deutlich kleineren Beiträgen, sind Mumm-Champagner und die Genfer Luxus-Uhrenfirma Hublot. (ar)

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Laut Einschätzung der UBS-Führung ist auch zwei Jahre nach der staatlichen Rettung der Imageschaden bei der grössten Schweizer Bank gewaltig. Darum hat Oswald Grübel beschlossen, gehörig Geld für das Ansehen seiner Bank einzusetzen. «Die Partnerschaft passt perfekt zu unserer jüngst lancierten Kampagne», schreibt Grübel in einer Medienmitteilung zum Formel-1-Engagement. «Ich bin erfreut, die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) in der Formel 1 zu begrüssen» wird Rennzirkus-Boss Bernie Ecclestone dazu zitiert. Der UBS wird dadurch eine «ganzjährige Logo-Präsenz während der TV-Übertragungen» garantiert.

Mit ihren neuen Sponsoringaktivitäten versucht die UBS einen gewaltigen Spagat. Neben den 200 Millionen Franken, die das Engagement im Formel-1-Rennsport laut Informationen des «Tages-Anzeigers» kosten wird, werden etwa 120 Millionen für Sponsoring in der Schweiz eingesetzt. Peter Hartmeier, Kommunikationschef der UBS Schweiz, erklärt: «Der Auftritt in der Schweiz soll sich deutlich vom globalen Auftritt unterscheiden.»

Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus

Dies, weil man hier eine Bank für jedermann sei. Darum wird die UBS ab Sommer 2011 Hauptsponsor des Kids Cup, der sowohl im Winter wie im Sommer 70'000 Kinder im Alter zwischen 7 und 15 Jahren für die Leichtathletik begeistern soll. «Wir unterstützen den UBS Kids Cup, um unsere Verbundenheit zum Heimmarkt Schweiz und zur Leichtathletik zu zeigen», begründet Lukas Gähwiler, Chef der UBS Schweiz, die neue Liebe seiner Bank zu den Kindern. Ein Engagement im Breitensport also, das den glamourösen Auftritt an den Leichtathletikanlässen «Weltklasse Zürich» und Athletissima in Lausanne ergänzen soll.

Bereits begonnen hat eine Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus, mit der die Schweizer zum Wandern animiert werden sollen. Neben Wanderkarten wird den Kunden auch ein Rucksack zum halben Preis angeboten. Hartmeier sagt dazu: «Wir wollen zeigen, dass wir eine Bank für jedermann sind.»

Art in Miami fallen gelassen

Zentral ist auch das Locarno-Filmfestival. Auch dieses Sponsoring wird ausgebaut. Hartmeier: «Genial am Filmfestival ist, dass es im Tessin stattfindet. Damit können wir die Verbundenheit mit allen Landesteilen demonstrieren.» Dass man damit dem von Credit Suisse gesponserten Filmfestival in Zürich etwas Konkurrenz macht, ist wohl durchaus gewollt. Das Jazz-Festival Montreux und Open-Air-Kinos in über 30 Orten in der Schweiz stehen ebenfalls auf der Sponsoringliste.

Die Art Basel – als weiterer Grossanlass, über den sich die UBS bisher profiliert hatte – wird auch künftig Geld erhalten. Die Art Basel Miami hingegen wird nur noch mit wenig Unterstützung rechnen können, wie Hartmeier bestätigt. Die Kundenanlässe dort hatten eine zweifelhafte Berühmtheit erlangt, weil sie von den UBS-Bankern zur illegalen Kundenwerbung benützt worden waren. Deshalb verzichtet man jetzt weitgehend darauf.

UBS-Aktie hat 2 Prozent zugelegt

Neben dem Sponsoring ist eine internationale Werbekampagne angelaufen, mit dem Titel «We will not rest»: Rastlos will sich die Bank für ihre Kunden einsetzen. Dafür wirbt Grübel künftig persönlich. In den kommenden vier Jahren soll diese Kampagne ungefähr gleich viel kosten wie das Engagement bei der Formel 1.

Weitgehend unbemerkt hat die UBS überdies ihr Logo leicht verändert. In allen Katalogen sollen zudem künftig für Webezwecke nur noch die Farben Rot, Schwarz und Weiss gebraucht werden. Ob die rund 500 Millionen, die für dieses Relooking eingesetzt werden, den gewünschten Erfolg bringen, ist noch offen. Aber wenigstens ist der Start geglückt: Gestern hat die UBS-Aktie an der Börse 2 Prozent zugelegt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.08.2010, 08:58 Uhr

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49 Kommentare

Walter Kuhn

24.08.2010, 10:25 Uhr
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Grübels Hobby war schon immer der Formel-1-Zirkus, auch als er noch bei der CS war, - eine Pseudo-Sportart für Pseudo-Rennfahrer am Bildschirm. Heute hat er sich sozusagen einen Sonderbonus von 200 Mio. genehmigt, damit er in diesem Zirkus eine hochtrabende und bewunderte Rolle spielen kann. Es gäbe wertvollere Sportarten zu unterstützen, z. B. Fussball, wo es auch Amateur-Aktive gibt. Antworten


Walter Braunschweiler

24.08.2010, 09:08 Uhr
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Die Aktion der UBS wird schon wieder kritisiert - so heute Morgen durch den Vertreter der Kleinaktionäre. Ich bin auch ein Kleinaktionär habe aber das Gesetz von Aussaat und Ernte im Blick. Man kann nicht einfach im Lehnstuhl sitzen und Däumchen drehen sondern man muss etwas unternehmen. Genau das macht jetzt die UBS und ich finde das gut so. Ob es Erfolgreich ist, wird sich zeigen - ich hoffe es Antworten



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