Wirtschaft
Konkursite Lehman Brothers zahlt 50 Millionen Boni aus
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 17.12.2009
Die Harvard Studie
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Banken, die nur dank der Unterstützung der Steuerzahler überlebt haben, schütten wieder Milliarden an Boni aus. Das erregt die Gemüter. Doch damit nicht genug. Jetzt zahlt auch Lehman Brothers Millionen an Boni aus. Zur Erinnerung: Das ist jene Wall Street Bank, deren Untergang im vergangenen September die Weltwirtschaft an den Rand des Kollapses gebracht hat.
Laut der «Financial Times» haben die Verantwortlichen der übrig gebliebenen Bank für die 230 Beschäftigten, die mit der Auflösung der komplexen Derivatstrukturen von Lehman befasst sind, Boni im Gesamtwert von 50 Millionen Dollar per Gericht erstritten. Im Durchschnitt macht das pro Person 217'000 Dollar.
Erst für 17 Prozent der Derivatstrukturen eine Lösung gefunden
Die Bank hat den Bonusanspruch damit begründet, die Beschäftigten hätten immerhin 8 Milliarden an Bargeld aus den Derivatstrukturen wieder herauslösen können und auch einen «signifikanten weiteren Wert» für die Gläubiger der Bank verfügbar gemacht.
In einem Dokument vom November musste Lehman allerdings eingestehen, dass es erst bei 17 Prozent aller Derivatstrukturen der Bank zu einer abschliessenden Lösung mit den Gläubigern gekommen sei.
Trotz Kollaps haben die Chefs von Lehman Kasse gemacht
Drei Forscher der Universität Harvard (siehe PDF) haben ausserdem mit dem Mythos aufgeräumt, über ihre Aktienbestände sei auch das finanzielle Schicksal der Spitzenmanager von Lehman Brothers von jenem der Bank abhängig gewesen. Denn durch den Konkurs von Lehman hat sich auch der Wert dieser Börsenpapiere verflüchtigt. Wäre das richtig, hätten die Spitzenbanker keinen Anreiz gehabt, exzessive Risiken einzugehen.
Tatsächlich haben die fünf führenden Manager netto dennoch stark profitiert. Aus Boni und Verkäufen eigener Aktien haben sie in der Zeit von 2000 bis 2008 eine Milliarde Dollar Bargeld kassiert. Nach Abzug des Aktienbestands vor 2000 ergibt das pro Kopf und Jahr einen laut Studienverfassern «konservativ geschätzten» Bonus von 10 bis 15 Millionen pro Jahr und dies nach Berücksichtigung der Verluste durch den Konkurs der Bank und ohne Einrechnung der Grundsaläre. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.12.2009, 11:39 Uhr
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