Wirtschaft

Konnte die UBS den erfolgreichen Tapner nicht mehr halten?

Aktualisiert am 25.06.2009

UBS-Asienchef Rory Tapner übergibt die Region Asia-Pacific an Chi-Won Yoon. Die Wirtschaftspresse spekuliert heftig über die Gründe.

Hinterlässt eine gesunde Abteilung: Rory Tapner.

Hinterlässt eine gesunde Abteilung: Rory Tapner. (Bild: Reuters)

Neues Geschäftsleitungsmitglied: Chi-Won Yoon.

Neues Geschäftsleitungsmitglied: Chi-Won Yoon.

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Fünf Jahre lang hat der Brite Tapner das Asiengeschäft der Bank geleitet. Jetzt tritt er ab – ohne eine öffentliche Angabe von Gründen. Der 50-Jährige übergibt an einen Gleichaltrigen: Chi-Won Yoon, der seit 1997 für die UBS arbeitet, übernimmt mit sofortiger Wirkung.

Über die Gründe für Tapners Weggang macht die UBS in ihrer Mitteilung keine Angaben. «Ich möchte Rory Tapner für seinen unschätzbaren Beitrag, den er seit seinem Einstieg im Jahr 1983 für UBS geleistet hat, herzlich danken», schreibt Konzernchef Oswald Grübel lediglich.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von einem internen Memo, in dem der neue Konzernchef Tapners Hinterlassenschaft lobt: Das Ziel, Umsatz und Erfolg in der Region zu stärken, sei erreicht worden. «Der Anteil von Asia-Pacific an den Einnahmen der Bank beträgt über 20 Prozent, obwohl die Region nur sechs Prozent der Bilanzsumme ausmacht», zitiert die Nachrichtenagentur.

Banker wechseln zur Konkurrenz

Die internationale Wirtschaftspresse beurteilt den Wechsel unterschiedlich. «Der Abgang von Tapner zeigt die Probleme der UBS, ihre Mitarbeiter zu halten», schreibt das «Wall Street Journal». Seit Oswald Grübel und Kaspar Villiger übernommen hätten, hätten einige Topbanker zur Konkurrenz gewechselt. So begann der Topbanker Robert Ranking, der das Investmentbank-Geschäft in Asien aufgebaut hatte, im Mai als Asienchef bei der Deutschen Bank.

«Die UBS hat in Asien viele Banker verloren», schreibt auch Reuters. «Nach ihren Verlusten hat die UBS die Boni gekürzt, was viele zum Abgang bewegt hat.» Das Schweizer Branchenportal «Finews» teilt die Einschätzung der amerikanischen Medien: Mit Tapners Abgang offenbare sich, «wie schwer es der angeschlagenen UBS fällt, ihre guten Leute zu halten».

«Personalentscheid von Oswald Grübel

Der Branchenexperte Lukas Hässig sieht im Abgang Tapners hingegen einen strategischen Entscheid von Seiten des neuen Konzernchefs. Yoons Wahl sei «einer der wichtigsten Personalentscheide von UBS-CEO Oswald Grübel», schreibt er in der Onlineausgabe von «20 Minuten». Yoon löse einen der Letzten der «alten Ospel-Mannschaft» ab.

Ähnlich, aber dezenter drückt sich die «Financial Times» aus. Die «Karrieren-Pyramide» bei der UBS sei enger geworden, seit die Bank neue Chefs sowohl in der Vermögensverwaltung als auch im Investmentbanking geholt habe. Das Blatt hat nach eigenen Angaben mit Tapner gesprochen: Er wolle eine Karrierepause einlegen und danach weitere Entscheide treffen.

Die UBS beschäftigt im asiatisch-pazifischen Raum über 9500 Mitarbeitende. Sie ist nach eigenen Angaben der grösste und führende Vermögensverwalter der Region. (oku)

Erstellt: 25.06.2009, 09:43 Uhr

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