Wirtschaft
«Krieg gegen Toyota»
Dramatische Rückrufaktionen: Toyota-Fertigungsstrasse in Japan. (Bild: Keystone)
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Bei Toyota ( 76.8 -0.52%) liegen die Nerven blank. Ständig entschuldigen sich die japanischen Manager für mögliche Probleme mit ihren Autos. Gleichzeitige wird versprochen, dass die Sache mit den Gaspedalen so rasch wie möglich in Ordnung gebracht wird.
Doch die Probleme scheinen noch lange nicht ausgestanden. Erst gestern wurde bekannt, dass der Konzern möglicherweise auch mit Bremsproblemen zu kämpfen habe. Die Stimmung bei Kunden, Anlegern und Mitarbeitern ist höchst angespannt.
Reaktionen kamen prompt
Und genau da platzt der amerikanische Verkehrsminister Ray LaHood mit einem Statement herein, welches die Hysterie um defekte Toyotas auf einen neuen Höhepunkt bringt. «Mein Rat ist, fahrt diese Wagen nicht mehr», sagte LaHood vor laufenden Kameras. Zwar ergänzte er noch, die vom Rückruf betroffenen Toyota-Besitzer – immerhin mehrere Millionen allein in den USA – sollten ihre Fahrzeuge zum Händler bringen und das Problem beheben lassen.
Das öffentliche Interesse konzentrierte sich auf diesen einen Kernsatz «fahrt diese Wagen nicht mehr». Die Reaktionen kamen prompt. US-Medien zeigten erstaunte Toyota-Händler, Kommentatoren schrieben vom «Krieg gegen Toyota» und Anleger begannen sich von den Papieren des japanischen Autokonzerns zu trennen.
Die Klarstellung
LaHood, offenbar erschreckt, sah sich nur Stunden später zu einer Klarstellung genötigt. Er habe nur sagen wollen, dass sich die Besitzer der betroffenen Wagen bei Problemen sofort bei ihrem Händler melden sollen. Zu spät. Die Aktie verlor am Mittwoch 5,7 Prozent. Seit Anfang Januar fiel das Papier um 12,4 Prozent. So schnell kann es gehen, noch vor kurzem war Toyota der Musterschüler der Branche.
Branchenbeobachter wittern einen auf dem Hintergrund nationaler Interessen gefärbten Feldzug gegen Toyota in den USA. «Der Angriff auf Toyota (…) bewegt sich nun sehr schnell in einen amerikanisch-nationalistisch gefärbten Schlag gegen einen ausländischen Konzern, einen eigentlichen Wirtschaftskrieg», so der Kommentator der amerikanischen «Financial Post». Denkbar wäre es, angesichts der Schwäche der amerikanischen Autokonzerne. Auch wenn Washington solche Vorwürfe natürlich aufs Schärfste zurückweist. (cpm)
Erstellt: 04.02.2010, 10:53 Uhr
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