Kuoni-Besitzerin plant neue Strukturen

Kuoni hat letztes Jahr sein Kerngeschäft verkauft. Nun könnte der Reiseanbieter in Zukunft weiter aufgesplittet werden.

Im Wandel: Der schwedische Investor hat neue Pläne für Kuoni. (3. Februar 2016)

Im Wandel: Der schwedische Investor hat neue Pläne für Kuoni. (3. Februar 2016) Bild: Ennio Leanza

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Bekannt wurde Kuoni mit der Organisation und dem Vertrieb von Reisen für Privatpersonen. Seit das Unternehmen dieses Kerngeschäft im letzten Jahr verkauft hat, besteht es noch aus drei Teilen: Es bearbeitet Visa-Anträge, betreibt einen Engros-Verkauf von Hotelübernachtungen und verkauft Gruppenreisen.

Künftig könnte einer dieser drei Geschäftsbereiche abgespaltet werden, wie aus dem am Montag veröffentlichten Angebotsprospekt hervorgeht. Zwar hat sich die schwedische Käuferin EQT verpflichtet, die drei Teile mindestens fünf Jahre lang zu halten. Danach gibt es aber sogenannte «Exit-Optionen».

Perle im Portfolio

Konkret bedeutet das, dass ab dann einer der drei Geschäftsbereiche verkauft oder an die Börse gebracht werden könnte. Will EQT dies bereits nach fünf Jahren tun, muss sie allerdings eine Prämie bezahlen. Ohne Prämie besteht die Exit-Option erst nach sieben Jahren.

Die Perle im Kuoni-Portfolio ist das Visa-Geschäft VFS. Diese Sparte konnte ihr Ergebnis im letzten Jahr erneut deutlich steigern, wie die provisorischen Zahlen im Angebotsprospekt zeigen.

Auch der Engros-Verkauf von Hotelübernachtungen legte zu. Ein rückläufiges Ergebnis legte allerdings das Gruppenreisen-Geschäft GTS vor. Dieser Geschäftsbereich soll derzeit – wie bereits angekündigt – schlanker werden.

EQT will die drei Geschäftsbereiche künftig getrennt voneinander führen und sie mit Investitionen und Zukäufen stärken, um sie als führende Anbieter in ihrem jeweiligen Markt zu positionieren.

Karrer verliert wichtigstes Mandat

Die Käuferin wird zudem den Kuoni-Verwaltungsrat neu besetzen. Konkret bedeutet das, dass das gesamte Gremium, inklusive Verwaltungsratspräsident Heinz Karrer, zurücktreten wird. Der Economiesuisse-Präsident verliert damit sein wichtigstes Verwaltungsratsmandat.

Wer neu in den Verwaltungsrat einziehen soll, ist noch nicht bekannt. Im Angebotsprospekt ist von «drei von der Anbieterin bestimmten Personen» die Rede. Wer das ist, soll mit der Einladung zur ausserordentlichen Generalversammlung bekanntgegeben werden. (fal/sda)

(Erstellt: 29.02.2016, 15:26 Uhr)

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