Wirtschaft

Massenstellenabbau bei der UBS: Jeder zehnte Arbeitsplatz in der Schweiz gestrichen

Von David Vonplon. Aktualisiert am 15.04.2009

Bei der UBS ist die Entlassungswelle bereits im vollen Gange. Die Grossbank unterstützt die betroffenen Beschäftigten mit Coaching-Programmen. Doch im angespannten Arbeitsmarkt gestaltet sich die Jobsuche als schwierig.

«Es wird immer schwieriger, Mitarbeiter intern zu platzieren»: Schlechte Jobaussichten für entlassene UBS-Mitarbeiter.

«Es wird immer schwieriger, Mitarbeiter intern zu platzieren»: Schlechte Jobaussichten für entlassene UBS-Mitarbeiter. (Bild: Keystone)

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Bei der UBS kommt es zum Kahlschlag: 2'500 Stellen werden in der Schweiz abgebaut, 1500 UBS-Mitarbeiter in der Schweiz verlieren ihren Job. Viele Angestellte der Grossbank, die ihre Beschäftigung verlieren, werden es schwer haben bei der Jobsuche: «Bislang hatten UBS-Mitarbeiter in der Regel eine reele Chance, intern eine andere Stelle zu finden», erklärt Barbara Gisi vom Kaufmännischen Verband (KV) Schweiz, «in der letzten Zeit wurde es aber immer schwieriger, Mitarbeiter im Unternehmen zu platzieren». Bei der UBS gibt es kaum noch offene Stellen: Laut dem internen Jobportal sind es in der Schweiz noch 24, weltweit 202. Noch vor einigen Monaten war diese Zahl um ein Vielfaches höher.

Angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt

Der Kahlschlag bei der UBS kommt für die betroffenen Banker zur Unzeit: In den letzten Wochen und Monaten hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt bereits drastisch verschärft. Nicht nur die Grossbanken, auch kleinere und mittlere Banken sind daran, beim Personal den Rotstift anzusetzen - und das in allen Bereichen. Umworben sind derzeit bloss die sogenannten Top-Performer in der Branche.

Die UBS bietet den Entlassenen die Teilnahme an Coaching-Programmen an: Noch bevor die Kündigungsfrist zu laufen beginnt, können sie zwei Monate lang einen Prozess durchlaufen mit dem Ziel, einen neuen Job zu finden. Dieser beinhaltet eine Standortbestimmung für die Betroffenen, zugleich unterstützt die Grossbank sie bei der internen und externen Stellensuche.

Dass diese Kurse nicht mehr für alle Mitarbeiter gelten, wie dies die «Sonntagszeitung» berichtete, dementiert die UBS: «Wir halten uns weiterhin an den Sozialplan, und der sieht ein Coaching für Betroffene vor», erklärt UBS-Sprecher Andreas Kern.

Coaching-Programme werden beibehalten

Bloss «gerüchteweise» von einer Einschränkung der Coaching-Programme vernommen hat der Kaufmännische Verband Schweiz, er verfügt über keine anderslautenden, konkreten Hinweise. «Das schliesst aber nicht aus, dass der Coaching-Prozess nicht überall korrekt stattfindet», erklärt Sprecherin Gisi. Keine entsprechenden Meldungen erhalten hat der Bankenpersonalverband.

Vergangenes Jahr hatten KV Schweiz sowie der Bankpersonalverband mit der UBS einen Sozialplan ausgehandelt. Dieser sieht für Nicht-Kader vor, dass in einer Abklärungsphase versucht wird, die UBS-Mitarbeiter anderswo zu platzieren. Entlassene Kader-Mitarbeiter dagegen werden direkt in Coaching-Programme eingeteilt. Dass die Unterstützung für die Betroffenen beibehalten wird, ist laut Gisi wichtig: «Die Mitarbeiter sollen von ihrem Arbeitgeber wenigstens Unterstützung erhalten, wenn sie schon entlassen werden.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.04.2009, 09:26 Uhr

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