Mehdorn tritt zurück – SBB-Meyer hat kein Interesse
Zurückgetreten: Hartmut Mehdorn. (Bild: Keystone)
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Er habe dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Konzerns die Auflösung seines Vertrages angeboten, sagte der 66-Jährige am Montag in Berlin. Damit zog er die Konsequenzen aus der Datenaffäre. Auch wenn er sich nichts vorzuwerfen habe, schadeten die «zerstörerischen Debatten» dem Unternehmen, dem Standort Deutschland und dem ganzen Land.
Mehdorn stand seit Freitag massiv unter Druck. An diesem Tag hatten die Bahn-Sonderermittler Gerhart Baum und Herta Däubler-Gmelin sowie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ihre Ergebnisse zur Datenaffäre vorgelegt. Danach soll die Bahn jahrelang die E-Mails von 70'000 bis 80'000 Mitarbeitern systematisch gefiltert haben - täglich bis zu 145'000.
E-Mails mit Streikaufruf abgefangen
Am Wochenende musste der Konzern dann noch einräumen, dass er im Herbst 2007 E-Mails mit einem Streikaufruf der Lokführergewerkschaft GDL gestoppt hatte. Danach rückte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel von Mehdorn ab. Die Bahngewerkschaften, die SPD und die Opposition hatten schon zuvor seine Ablösung verlangt.
Über die Nachfolge Mehdorns gibt es bereits Spekulationen: Laut der «Süddeutschen Zeitung» habe SBB-Chef Andreas Meyer gute Chancen. Er sei jung, gelte als erfolgreich – und sei, so die Zeitung, ein «Gewächs» der Deutschen Bahn. Die SBB dementierte dies auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Andreas Meyer hegt keine Absichten, die Stelle zu wechseln», sagt Sprecher Roland Binz. Meyer gefalle es bei der SBB und in der Schweiz; zudem stehe die SBB vor grossen Herausforderungen. Die Konjunkturkrise und die Weiterentwicklung des SBB-Angebots fordere das Unternehmen und die Unternehmensführung stark. (sam/cha/ap)
Erstellt: 30.03.2009, 15:42 Uhr
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