Migros baut Stellen ab
Aktualisiert am 21.08.2011 69 Kommentare
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Der starke Franken und der damit verbundene Einkaufstourimus haben Auswirkungen auf die Arbeitsplätze bei Migros und Coop. In den Migros-Geschäften dürfte die Zahl der Stellen sinken, wie Migros-Chef Herbert Bolliger in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» sagte.
«Kosten bedeuten bei uns vor allem Personalkosten, und da nimmt der Druck zu», sagte Bolliger. «Im Kerngeschäft, also bei den Supermärkten, werden wir weniger Stellen anbieten.»
In Grenznähe gebe es Standorte, die wegen des Einkaufstourismus 6 bis 8 Prozent Umsatz eingebüsst hätten. Besonders stark sei der Druck in der Nähe zu Deutschland und zu Vorarlberg sowie am Genferseebecken.
«Ein Filialleiter, dessen Umsätze im Lande um 8 Prozent im Minus liegen, wird die eine oder andere freie Stelle nicht mehr besetzen», führte Bolliger aus. Ein Vorteil in dieser Situation sei die Fluktuationsrate von etwa 10 Prozent im Detailhandel.
Auch Coop-Chef Hansueli Loosli beklagte im Interview mit der «Basler Zeitung» gestern den Einkaufstourimus in grenznahen Gebieten. «Die neuesten Schätzungen sagen, dass dem gesamten Schweizer Detailhandel wegen des Einkauftourismus dieses Jahr etwa drei Milliarden Franken entgehen», so Loosli. Coop selbst könnte diese Entwicklung gemäss Loosli 200 Millionen Franken Umsatz kosten.
Auch Manor reagiert
Der Detailhändler Manor beobachtet ebenfalls mehr Einkaufstourismus, auch wenn Manor-Chef Bertrand Jungo, die Lage nicht genau beurteilen will. Was auffalle sei aber, dass die Schweizer immer längere Reisen auf sich nehmen würden, um im Ausland einzukaufen. «In Deutschland registriert man vermehrt Leute aus der Innerschweiz», sagte er im Interview mit der Westschweizer Zeitung «Matin Dimanche».
Nun regiert auch Manor: Nach den Preissenkungen von Migros, Coop, Denner und Spar senkt die Warenhauskette mit Sitz in Basel die Preise für 500 Artikel. Wie Jungo im Interview ausführt, sollen sie schon ab Montag zum Tragen kommen.
Das Ende der Preisreduktionen scheint nicht erreicht: Coop sowie Migros gehen aufgrund der aktuellen Situation von weiteren Preisrunden aus. Nach den für kommenden Montag angekündigten Preisabschlag für 500 Markenprodukte wird die Migros laut Bolliger «sicher zusätzliche Markenprodukte stark verbilligen».
Hansueli Loosli sagte, die aktuelle Runde mit tieferen Preisen für 700 Markenprodukten (seit Samstag) werde nicht die letzte Runde sein. Konkreter wurden die beiden Schwergewichte im Schweizer Detailhandel nicht.
Mehrwertsteuer reduzieren
Der Coop-Chef wartet zudem mit Ideen auf, wie man dem Währungsproblem entgegenwirken könnte. Zum einen kann er sich vorstellen, dass der Schweizer Wirtschaft mit einer reduzierten Mehrwertsteuersatz oder einer temporären Senkung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) geholfen werden könnte.
Zum anderen erwartet er von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) einen Franken-Euro-Kurs von 1,25 bis 1,30. «Ein solcher Wechselkurs ist wirklich der zentrale Punkt. Daran hängen so viele Arbeitsplätze.»
Erwartungen an die SNB hat auch die Bevölkerung. Gemäss einer Umfrage im Auftrag der «SonntagsZeitung» fordert ein Viertel die Festlegung einer Wechselkurs-Untergrenze des Euro von 1,15 bis 1,20 Franken. Weiter geht aus der Umfrage hervor, dass 63 Prozent die dreimalige Intervention der SNB befürworten. (bru)
Erstellt: 21.08.2011, 08:31 Uhr
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69 Kommentare
Dieser Schritt war ja voraus zu sehen. Die Filialen,die um die -8 % im Minus stehen sind alleinige Schuld der Migros-Führung und nicht die, der Filialleiter.
Um der verlogenen Begründung Rechnung zutragen, solle man erst recht im grenznahen Ausland einkaufen.
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Würde sich die Migros wieder auf Duttis Grundsätze besinnen, müsste sie keine Mitarbeiter entlassen. Klare Nettopreise, keine Aktionitis, keine Cumuluspunkte und keine Murmeln, Spielkarten und sonstigen Unsinn. Auch müssen die Filialen nicht alle paar Jahre für Millionen umgebaut werden. Braucht es alles nicht. Manager werden wohl auch keine entlassen.... Antworten
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