Die Migros spart: Kahlschlag bei Eigenmarken, markant weniger Werbung

Der grösste Schweizer Detailhändler reduziert die Zahl der Eigenmarken von rund 250 auf einige Dutzend. Zudem kürzt er das Werbebudget um 50 Millionen Franken.

Radikale Strategieänderung: Bald mehr internationale Marken im Einkaufskorb.

Radikale Strategieänderung: Bald mehr internationale Marken im Einkaufskorb. Bild: Keystone

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Ziel der Migros ist es, die Werbeausgaben von zuletzt rund 350 Millionen in nächster Zeit um einen Siebtel oder etwa 50 Millionen zu reduzieren. Dies erklärt Claude Hauser, Präsident des Migros-Genossenschaftsbundes. Man gehöre europaweit zu den Grossverteilern mit den höchsten Werbekosten im Vergleich zum Umsatz.

Darum will der orange Riese auch die Zahl der selbst aufgebauten Marken reduzieren. «Die Zahl der Eigenmarken ist über die Jahre übertrieben stark gestiegen», sagte Hauser dem Westschweizer Magazin «L'illustré». Das sei werbemässig teuer. «Unsere Konkurrenten bieten dagegen international bekannte Marken an. Sie profitieren in grossem Stil von der Werbung, welche die Hersteller machen», sagt der Migros-Präsident. Daher soll die Zahl der Eigenmarken von aktuell rund 250 auf einige Dutzend sinken. Damit folge man auch einem Trend im Detailhandel.

Vor allem Zeitungen werden überprüft

Zudem habe Migros die Verträge mit ihren zahlreichen Werbeagenturen aufgelöst und neue Aufträge ausgeschrieben. Hier sei zweifellos Geld verschwendet worden, sagte Hauser weiter. Ab Februar wird die Migros ihr Medienmanagement über die Werbeagentur OMD Schweiz abwickeln.

Entgegen kursierenden Gerüchten denke der Grossverteiler aber nicht darüber nach, seine Werbung in den eigenen Presseerzeugnissen wie dem «Migros Magazin» zu reduzieren. Aber man überprüfe die Werbepräsenz in den Printmedien auf die Rendite. In Zukunft werde sicherlich ein grosser Teil der Werbeausgaben des orangen Riesen in das Internet fliessen. (se/sda/NN)

Erstellt: 18.12.2008, 06:48 Uhr

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