Wirtschaft
«Möglich, dass einzelne Sendungen in Aarau produziert werden»
Interview: Christian Lüscher. Aktualisiert am 23.08.2011 41 Kommentare
Der AZ-Verleger äussert sich zum Kauf von TeleZüri und TeleBärn. (Video:Keystone)
Zur Person
Peter Wanner (68), der bereits den Aargauer Regionalsender Tele M1 betreibt, steigt mit dem Kauf von TeleZüri und TeleBärn zu einer nationalen Grösse im TV-Geschäft auf. Wanners Streich überrascht, hat sein Medienunternehmen aufgrund des Medienwandels doch einen harten Sparkurs und eine Neuausrichtung hinter sich.
2006 wurde Wanner von der Zeitschrift «Schweizer Journalist» als «Verleger des Jahres» ausgezeichnet. Die Jury würdigte ihn damals als Verleger mit Herzblut, dem es in einem extrem schwierigen Umfeld gelungen sei, ein erfolgreiches Modell für Regionalzeitungen zu entwickeln. Gut möglich, dass ihm selbes Kunststück mit den neuen Regionalsendern gelingt. Das Geschäft mit Privatfernsehen gilt in der Schweiz als wenig profitabel. Die TV-Sender arbeiten mit hohen Fixkosten, was im zyklischen Mediengeschäft in einer Konjunkturschwäche kaum Gewinn zulässt.
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Herr Wanner, mit dem Erwerb von TeleZüri und TeleBärn sind Sie nun der neue TV-König der Schweiz.
Das ist übertrieben.
Das sehe ich nicht so. Sie haben jetzt in den Regionen Bern, Zürich und Mittelland die TV-Hoheit.
(überlegt) Wir erachten diese Konstellation als Chance. Wir müssen aber auch ein gewisses Risiko tragen.
Wie finanzieren Sie den Kauf? Immerhin blicken die AZ Medien auf weniger gute Geschäftsjahre zurück.
Es ist richtig, dass die letzten Jahre wegen Akquisitionen und insbesondere durch den Einbruch im Jahr 2009 von Verlusten geprägt waren. Durch Restrukturierungen und Investitionen konnten wir vieles im Unternehmen bereinigen und finanzieren den Kauf der Sender mit eigenen liquiden Mitteln.
Was haben Sie bezahlt?
Darüber haben wir Stillschweigen vereinbart.
Zum Verkaufspreis hatte Tamedia-CEO Martin Kall ein klare Vorstellung. Eine Zahl 3 müsse vorne dran sein. Haben Sie wirklich so viel bezahlt?
Eine konkrete Zahl kann ich Ihnen nicht sagen. Wir haben uns aber in der Mitte getroffen. Der Preis war übrigens nicht ausschlaggebend. Wir konnten Tamedia
(TAMN
101.3
-1.55%)
mit einem starken Konzept überzeugen, das die publizistische Unabhängigkeit der Sender garantiert.
Tamedia verkauft die Sender, weil das Privatfernsehgeschäft nicht rentabel genug ist. Warum soll sich das unter Ihrer Führung ändern?
Es ist tatsächlich so, dass alle drei Sender nicht so profitabel sind. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich dies ändern wird. Wir können uns beispielsweise im Werbemarkt stärker positionieren. Zudem sehe ich Synergien im Bereich Technik und Informatik. Ich möchte aber betonen, dass wir in die publizistische Qualität der Sender investieren werden.
Können Sie das konkretisieren?
Es existieren bereits Ideen. Wir suchen aber zuerst das Gespräch mit allen Fernsehmachern und werden dann entscheiden.
Nun haben die AZ Medien in Aarau ein modernes TV-Studio gebaut. Wird TeleZüri den Standort wechseln müssen?
Ich schliesse nicht aus, dass einzelne Sendungen in Zukunft in Aarau produziert werden. Wir können das Studio nun besser auslasten. Aber wir halten am Standort Zürich fest.
Wird es zu Entlassungen kommen?
Bis nächsten Sommer sind die Arbeitsplätze aller Mitarbeitenden garantiert. Über natürliche Fluktuationen können wir sicher Kündigungen vermeiden.
Wie hat die Mitarbeiterschaft von TeleZüri reagiert, als Sie heute informierten?
Ganz gut. Ich spürte eine erleichterte und zuversichtliche Stimmung. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.08.2011, 16:29 Uhr
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41 Kommentare
Zum Verkauf von Tele Züri würde ich gerne mehr Hintergrundinformationen erfahren, dass nämlich die SVP mit Christoph Blocher mit Peter Wanner gemeinsame Sache machen und die SVP an diesem Kauf im Hintergrund beteiligt ist, so wie bei der Basler-Zeitung, Weltwoche, etc. Denn in der Medienwoche kann man Klartext lesen: DIE POLITISCHE RECHTE ZIMMERT AN EINEM LANDESWEITEN MEDIENIMPERIUM. Murdoch + Co. Antworten
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