Moralische Wende für einen Grossauftrag
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Erhofft sich bessere Chancen auf den Grossauftrag: Die französische Staatsbahn. (Bild: Keystone )
Die französische Staatsbahn SNCF will in den USA Einzelheiten zu ihrer Rolle bei der Deportation von Juden Konzentrationslager zwischen 1942 und 1944 offenlegen. Die SNCF kommt damit einer kalifornischen Gesetzesvorgabe für einen Grossauftrag nach.
Die vor 20 Jahren geöffneten Archive sollten «allen Amerikanern» zugänglich gemacht werden, sagte SNCF-Chef Guillaume Pepy am Sonntag dem Radiosender Europe 1.
Alle Bewerber müssen Vergangenheit offenlegen
Mit dem Schritt reagiert die SNCF auf ein kürzlich vom kalifornischen Parlament verabschiedetes Gesetz, wonach alle Bewerber für die Aufträge einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Los Angeles und San Francisco ihre Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg offenlegen müssen.
Der demokratische Abgeordnete Bob Blumenfield hatte den Gesetzesvorschlag eingebracht. Die SNCF weigere sich, «die Verantwortung für ihre Rolle im Holocaust zu übernehmen», argumentierte er.
«Nichts zu verbergen»
Pepy sagte Europe 1, die SNCF habe «nichts zu verbergen». Die Forderung der kalifornischen Abgeordneten nach Transparenz bei der Rolle der Deportation der Juden bezeichnete er als «legitim». Es dürfe aber «nicht vergessen» werden, dass den Bahnangestellten unter den Nazis der Tod gedroht habe. 2000 Mitarbeiter seien von den Nationalsozialisten hingerichtet worden.
Die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Los Angeles und San Francisco soll ab 2020 entstehen. Die Gesamtkosten für das Bahnprojekt werden auf umgerechnet rund 33 Milliarden Euro geschätzt. Die SNCF bewirbt sich zusammen mit dem Konzern Alstom.
Auch Unternehmen aus Deutschland und Japan sind an dem Auftrag interessiert. Das Gesetz soll zum 1. Januar kommenden Jahres in Kraft treten. (mrs/sda)
Erstellt: 29.08.2010, 18:08 Uhr
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