Wirtschaft
Murdoch attackiert in Deutschland
Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 12.08.2011 7 Kommentare
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Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp. ( 19.43 0.26%) startet einen Frontalangriff auf die «Financial Times Deutschland». Wie Tagesanzeiger.ch/Newsnet erfuhr, wird Murdochs «Wall Street Journal» (WSJ) demnächst in Deutschland mit einer Online-Ausgabe für den deutschsprachigen Raum loslegen. Ende November, Anfang Dezember werde das WSJ vorerst nur online für den gesamten deutschen Sprachraum starten, heisst es auf Anfrage. Über eine allfällige Print-Ausgabe hüllt sich das Unternehmen in Schweigen. Offiziell bestätigen will das Unternehmen den Online-Start noch nicht.
Hohe Startkosten
Die Startkosten für die deutsche Webausgabe des WSJ werden sich für den Herausgeber Dow Jones in Berlin im zweistelligen Millionenbereich bewegen. Brancheninsider gehen von Startkosten von mehr als 15 Millionen Euro aus. «Das ist der grösste Projektposten von Dow Jones in diesem Jahr», so ein leitender Redaktor des WSJ gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Die redaktionelle Mannschaft soll in der Anfangsphase auf bis zu 40 Leute aufgestockt werden, die Rekrutierung läuft derzeit auf Hochtouren.
Auf Kostenseite orten Insider einen grossen Vorteil gegenüber Konkurrenzmedien wie der Financial Times Deutschland oder dem Handelsblatt: Agenturkosten könnten durch die Existenz des internen Dow-Jones-Newsdeks fast halbiert werden, heisst es. Und das internationale Korrespondentennetz von Dow Jones sei ungleich grösser: «Wir wollen eine Lücke am deutschen Markt füllen und eher die Inhalte aus dem angloamerikanischen Raum und Lateinamerika bringen, wo deutsche Korrespondenten in der Regel nicht so breit aufgestellt sind. Die Financial Times Deutschland zum Beispiel ist ein rein deutsches Produkt», sagt ein Dow-Jones-Redaktor zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Ein Teil der Artikel werde aus dem internen Mediennetzwerk direkt übernommen und ins Deutsche übersetzt, der andere Teil seien Texte und Analysen des neuen Journalistenteams in Berlin.
Bezahldienst möglich
Einnahmenseitig ist die Lage laut Medienexperten für einen neuen Player im hart umkämpften Online-Markt schon schwieriger: In der Regel werden Impressions, wie die abgerufenen Online-Seiten im Fachjargon genannt werden, nur zu einem Bruchteil in bare Münze umgewandelt. Zudem werde WSJ online zuerst gratis starten. Dass aber nach einer ersten Anfangsphase später für einzelne Artikel auch bezahlt werden muss, schliessen WSJ-Vertreter explizit nicht aus.
Zusätzliche Einnahmen zu generieren, dürfte zunehmend schwieriger werden, da nicht nur die Financial Times Deutschland bereits seit Jahren auf dem deutschen Markt mit einem Webuftritt etabliert ist, sondern auch Newsportale wie etwa wallstreet:online oder das «ZertifikateJournal», die zuvor noch im Eigentum des Axel Springer Verlags waren. Dass der Druck auf die «Financial Times Deutschland» wächst, wird anhand der Äusserungen eines Sprechers vom Mutterkonzern Gruner+Jahr besonders deutlich: Dieser sieht in der Neugründung des Murdoch-Konzerns sogar «einen Fall für die Wettbewerbsbehörden». Name und Marke des «Wall Street Journal» seien demzufolge möglicherweise zu nah an der Bezeichnung wallstreet:online angelehnt.
Neuer Chef gesucht
Die News Corp. des Murdoch-Clans lässt sich von Querschüssen nicht beirren und ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Chef für das WSJ. Vorgänger Les Hinton musste im Zuge des Abhörskandals rund um das britische Boulevardblatt «News of the World» kürzlich den Hut nehmen. Von Seiten der News Corp. und Dow Jones heisst es nun, die Stelle werde extern nachbesetzt. Kandidaten werden allerdings noch keine genannt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.08.2011, 14:00 Uhr
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7 Kommentare
Endlich! Das Wallstreet Journal ist die momentan beste und seriöseste Zeitung weltweit. Die linksliberalen Tagi-Journalisten sind scheinbar in Panik: völlig plakativer, unseriöser Titel.
Sicherlich eine Bereicherung für die deutschsprachigen Medienlandschaft!
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