Nach 60 Jahren – Adidas und Puma versöhnen sich
Es sei «ein historischer Handschlag», erklären die Erzrivalen aus der bayerischen Kleinstadt in einem gemeinsamen Communiqué. Und das ist es tatsächlich: Nach mehr als sechs Jahrzehnten reichten sich die Chefs von Adidas und Puma nun wieder die Hand. Es ist der erste gemeinsame Auftritt seit dem Zweiten Weltkrieg. Doch nicht nur die Teppichetage geht aufeinander zu. Am Weltfriedenstag vom 21. September spielen die Firmenmannschaften gegeneinander Fussball. Danach schauen die Mitarbeitenden der beiden deutschen Sportartikelhersteller gemeinsam den Film «The Day After Peace» («Der Tag nach Friedensbeginn») an.
Hintergrund der historischen Aktion ist die Organisation Peace for One Day, die sich für Frieden auf der Welt engagiert und versucht, Rivalen zusammenzubringen. «Wir sind fest davon überzeugt, dass Sport die Menschen zusammen bringen kann. Der Sport hat das in der Vergangenheit viele Male bewiesen», sagte Adidas-Chef Herbert Hainer nach der historischen Ankündigung. «Jeder einzelne von uns kann einen Unterschied ausmachen, aber gemeinsam können wir einen enormen Beitrag leisten», ergänzte Puma-Lenker Jochen Zeitz. Es ist eine Versöhnung freilich, die auch dem eigenen Marketing dient.
Der Weltkrieg entzweite sie
Bislang herrschte zwischen den beiden Konzernen Eiszeit. Sie waren erbitterte Konkurrenten – auch aus historischen Gründen. In den Zwanzigerjahren gründeten die beiden Brüder Rudolf und Adi Dassler in ihrem Heimatort Herzogenaurach eine Firma zur Herstellung von Turnschuhen. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg lösten sie die Gebrüder Dassler Sportschuhfabrik auf. Rudolf hatte das Gefühl, dass ihn sein Bruder Adi bei den Allierten als Nazi denunziert hatte. Beide machten sie jedoch weiter. Adi gründete Adidas, Rudolf Puma. Beide Firmen wurden erfolgreich. Trotz Rivalität. (se)
Erstellt: 18.09.2009, 18:00 Uhr
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