Wirtschaft

Negativzinsen sind längst Realität

Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 12.08.2011 5 Kommentare

Der Franken gibt nach und dürfte sich bei 1.10 einpendeln. Dennoch bleibt er damit überbewertet und ein Magnet für verunsicherte Anleger. Obwohl die Zinsen für Bundesobligationen längst negativ sind.

Die SNB greift in die Trickkiste und wirft mehr Franken auf den Markt: Notenbündel im Tresor der ZKB.

Die SNB greift in die Trickkiste und wirft mehr Franken auf den Markt: Notenbündel im Tresor der ZKB.
Bild: Keystone

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Während am Geldmarkt noch darüber diskutiert wird, ob und wann es zu Negativzinsen kommen könnte, sind die Zinsen für zwei- und dreijährige Bundesobligationen schon längst negativ. Und dennoch parken verunsicherte Anleger nach wie vor ihr Geld in festverzinslichen Anlageprodukten aus der Schweiz, obwohl diese damit eher Geld verlieren als gewinnen. «Die Verunsicherung ist so gross, dass Anleger einen leichten Verlust in Kauf nehmen, dafür ist das Geld in einem sicheren Hafen geparkt», sagt ZKB-Analyst David Marmet.

Daran ändern auch die Massnahmen der Schweizer Nationalbank SNB nichts, die derzeit den Geldmarkt flutet, um so die Euro-Franken-Relation auf ein für die Wirtschaft erträgliches Niveau zu heben. Gewerkschafter und Unternehmensvertreter plädieren nach wie vor für einen Kurs von 1.40. Analysten sehen den optimalen Kurs eher bei 1.30. Tatsache ist, dass sich nach den SNB-Interventionen Einschätzungen zufolge der Kurs in der nächsten Zeit bei rund 1.10 einpendeln wird. «Ich vermute nicht, dass die leichte Aufwärtsbewegung des Euro zum Franken eine Trendumkehr bedeutet, es wird nur die extreme Überbewertung abgebaut. Der starke Franken wird stark bleiben», sagt Marmet.

Die Anleger freuts

Die aktuelle Kursentwicklung reflektiert auch auf die Schweizer Börse. Die grössten Unternehmen im SMI bewegen sich wieder im grünen Bereich. Das ist darauf zurückzuführen, dass bei einem erstarkenden und einigermassen stabilisierten Wechselkurs zum Euro den Schweizer Unternehmen, die in Franken abrechnen, wieder mehr Planungssicherheit gegeben wird. Diese Planungssicherheit schafft das Vertrauen, dass die Unternehmen demnächst wieder bessere Zahlen schreiben könnten. Und die Investoren so hoffen können, dass die Buchverluste bei Umsatz und Gewinn wieder geringer ausfallen werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.08.2011, 12:18 Uhr

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5 Kommentare

Heinz Amacker

12.08.2011, 12:58 Uhr
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Woher nehmen die Analysten als auch Journalisten die Gewissheit, dass sich der Kurs bei 1.10 einpendeln wird?. Solche Artikel sind schlussendlich nur bla-bla und nichts anderes als "Lückenfüller"! Und viele dieser Experten leben nach dem Grundsatz "was kümmert mich mein Geschwätz von gestern...". Antworten


Peter Müller

12.08.2011, 12:30 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Wechselkurse von 1.10/EUR 0.77/$ sind erst ein Tropfen auf dem heissen Stein - es kann für unsere Wirtschaft keine Entwarnung gegeben werden, Jubel ist verfrüht. Antworten



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