Wirtschaft

Neue Bombardier-Jets für eilige Banker

Aktualisiert am 20.12.2011 12 Kommentare

Eine Airline will laut Presseberichten künftig zehn C-Series-Jets, die auch für die Swiss fliegen werden, von London nach New York einsetzen – nonstop und Businessclass only. Eine gewitzte Strategie mit Risiken.

1/6 Passagierjets für 110 bis 130 Sitze: Animation der künftigen CSeries, ...
Image: Keystone

   

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«Odyssee Airlines» soll die künftige Fluggesellschaft heissen, deren Geschäftsmodell vollständig auf dem schlanken Flugzeugtyp CSeries basiert, der derzeit bei Bombardier in Entwicklung ist. Dies berichten die Nachrichtenagentur Reuters Canada, die Zeitung «Montreal Gazette» und weitere Medien.

Der bislang «unbekannte europäische Kunde», dessen Auftrag über zehn CS-100 Bombardier im vergangenen Juni bekannt gab, wäre für den Hersteller ein echter Propaganda-Coup – eine Airline, deren Erfolg auf den Vorzügen der C Series basiert: schlank trotz einer eleganten Kabine, sparsam und zielgenau für das Marktsegment der Flieger mit 100 bis 130 Sitzen entworfen.

Begrenzte Kapazitäten in London-City

Für die British Airways wäre eine solche Airline eine echte Konkurrenz. Bislang fliegen die Briten exklusiv London–New York vom Airport London-City. Diesen Flughafen schätzen Geschäftsreisende vor allem deshalb, weil er der zentralste der britischen Hauptstadt ist – viel näher zur Innenstadt und dem Businessquartier Canary Warf als der abgelegene Heathrow-Airport, der noch dazu oft überfüllt ist.

Die günstige Lage hat ihren Preis: Die Vorschriften für den Lärmschutz sind streng, die Startbahnen sind kürzer als bei Heathrow westlich der Hauptstadt. Nur Flugzeuge, die einen Anflugwinkel von 5,5 Grad oder mehr erreichen, sind in London-City zugelassen. Der grösste Passagierjet dieser Art ist der Airbus A318. Er ist das kleinste Modell der 320-Familie, das die British Airways nach New York einsetzt – mit dem Nachteil einer Zwischenlandung in Irland, weil das Flugzeug nicht genug Treibstoff laden kann, um das Ziel bei häufigem Gegenwind in einer Tour zu erreichen.

Experte: Ein Konzept mit Aussichten

Die leichter gebaute C Series dürfte laut Bombardier dazu in der Lage sein – und würde auch die strengen Lärmvorschriften und Flugbedingungen von London-City erfüllen können. Analysten wie Benoit Porier von der Beratungsfirma Desjardins Securities in Montreal sehen das Konzept grundsätzlich positiv. «Das ist eine wichtige Möglichkeit», zitiert ihn die «Gazette» – mitsamt der Anmerkung, dass Bombardier lange einen Kunden gesucht habe, der die CSeries in Zukunft ab London-City starten will.

Über Odyssee Airlines ist bislang allerdings nur wenig bekannt, und die Hintermänner halten sich sehr bedeckt wie in der Luftfahrtbranche üblich. Laut Reuters Canada wurden im Auftrag von Future Odyssee Airlines International bereits zwei entsprechende Internetadressen registriert und reserviert. Zudem soll das künftige Unternehmen die CSeries-Flieger als All-Business-Class nutzen – entsprechend dem Geldbeutel der gewünschten Klientel aus Bankengeschäft und Management.

Konkurrenz um jede Nische auf dem Markt

Ob das genügen wird? Das Angebot müsste nicht nur den Service der bekannten Anbieter ausstechen, sondern auch die Vorteile ihrer Vielfliegerprogramme. Andererseits müsste es preislich genug Abstand von der Konkurrenz durch Privatjets haben, die von Firmen von London nach New York gebucht werden können.

Doch selbst, wenn das gelänge, könnte die Idee auch Nachahmer auf den Plan rufen, wie Ray Neidl, ein Airline-Analyst bei der Investmentbank Maxim Group in New York, meint. «Wenn man eine Nische findet, die attraktiv erscheint», zitiert ihn Reuters Canada, «braucht es nur zwei Sekunden», bis andere Konkurrenten in diesen Markt eindringen. (raa)

Erstellt: 20.12.2011, 12:48 Uhr

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12 Kommentare

Amir Gajuri

20.12.2011, 14:10 Uhr
Melden 25 Empfehlung

wie kann sich eine Airline nur "Odyssee Airline" nennen? Sehr vertrauenserweckend.. Antworten


Ernst Baumann

20.12.2011, 15:15 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Hoffentlich schaltet nun die linke Politik und führt dafür eine Transportsteuer ein, bemessen an der Menge des durch die fliegenden Passagiere vertretenen Kapitals mit je einem Zuschlag für Schwarzgeld oder unversteuertes Vermögen. Dann brauchen die kleinen bald keine Steuern mehr zu bezahlen. Antworten



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