Wirtschaft
Neue Details zur «Geheimoperation Daten-CD»
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Wo die Deutschen Schwarzgeld bunkern
Miliarden Euro
* u.a. Singapur, Liechtenstein Quelle: «Focus»
Die geheime Zusammenkunft fand in Frankreich statt: Vier Steuerfahnder aus dem nordrhein-westfälischen Wuppertal haben dort laut «Focus» am letzten Wochenende den unbekannten Datendieb getroffen. Dabei hätte die Übergabe der CD mit den Steuerdaten deutscher Bankkunden stattfinden sollen. Ob das passiert ist, weiss das deutsche Nachrichtenmagazin jedoch nicht. 2,5 Millionen Euro hat der Datendieb für die CD mit Daten von 1500 mutmasslichen deutschen Steuersündern verlangt. Welche Schweizer Banken betroffen sind, ist weiterhin unklar; Gerüchten zufolge könnte es sich um UBS, Credit Suisse, Julius Bär oder HSBC handeln.
Auf Frankreich als Ort des Treffens hat der Datendieb bestanden, schreibt «Focus». Denn wäre er nach Deutschland eingereist, hätten ihn die Fahnder sofort verhaften und die illegale CD beschlagnahmen müssen. Den genauen Ort und die Umstände kennen jedoch nur wenige, nicht mal Finanzminister Wolfgang Schäuble ist nach eigenen Angaben eingeweiht. Er hat dem Deal lediglich zugestimmt: Vor einer Woche verschickte er einen vertraulichen Fax an die Finanzminister der Bundesländer und erlaubte diesen, die Daten in Strafverfahren als Beweismaterial zu verwenden.
Datendieb hat sich gut getarnt
Bis es zum Treffen in Frankreich kam, liefen die Drähte hinter den Kulissen heiss. Nachdem der Dieb der Wuppertaler Steuerfahndung die Daten in einem E-Mail angeboten hatte, schalteten die Fahnder den Bundesnachrichtendienst ein. Mit diesem hatten die Steuerfahnder bereits im Fall Liechtenstein zusammengearbeitet – damals hatte der Geheimdienst mehrere DVDs mit Daten deutscher Bankkunden der LGT-Bank erworben. Den Geheimdienstlern gelang es jedoch nicht, das Mail zurückzuverfolgen und den Absender zu enttarnen, heisst es im «Focus». Dieses professionelle Vorgehen des Unbekannten liess die Steuerfahnder aufhorchen. Hinter dem Angebot musste mehr stecken als nur ein Bluff.
Darauf antworteten die Ermittler per Mail, signalisierten Interesse. Der Anbieter schickte Testfälle und gab seine Identität preis. Volltreffer, die Beamten waren begeistert – bei fünf Fällen ergab sich eine fällige Steuernachzahlung von rund fünf Millionen Euro. Seitdem geht in Deutschland unter den Reichen die Angst um, viele Steuerhinterzieher zeigen sich selber an. Die wohl spektakulärste Selbstanzeige erfolgte in Berlin: Dort offenbarte ein Mann den Behörden, dass er ein Geheimkonto in der Schweiz habe und nun seine Steuerschuld in der Höhe von 4,5 Millionen Franken begleichen wolle.
Weitere Daten aufgetaucht
Den nächsten Coup könnten die Steuerbehörden in Baden-Württemberg landen: Dort hatte ein Informant dem Finanzministerium bereits 2009 Proben zukommen lassen. Dabei soll es sich ebenfalls um Daten deutscher Kunden handeln, die Konten in der Schweiz haben. Nun hat der Informant weitere Daten zugespielt. Politisch stösst der Kauf dieser Daten jedoch auf Widerstand. der Justizminister des Bundeslands will verhindern, dass diese gekauft werden. Man solle nicht Geschäfte mit Ganoven machen, um an Geld für die Staatsfinanzen zu kommen, sagt er im «Focus». (cha)
Erstellt: 10.02.2010, 11:24 Uhr
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