Neue Millionen für die Opfer der Ölkatastrophe

Unabhängige Prüfer haben herausgefunden, dass Tausende Betroffene der Ölpest im Golf von Mexiko falsch entschädigt wurden. Einige bekamen zu wenig Geld – andere aber zu viel.

Unfall mit verheerenden Folgen: Nach der Explosion der Bohrplattform «Deepwater Horizon» kam es im Golf von Mexiko zu einer Ölkatastrophe. (25. Juni 2010)

Unfall mit verheerenden Folgen: Nach der Explosion der Bohrplattform «Deepwater Horizon» kam es im Golf von Mexiko zu einer Ölkatastrophe. (25. Juni 2010)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Rund 7300 Leidtragende der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor genau zwei Jahren bekommen vom britischen Ölkonzern BP (BPAM 5.301 2.73%) zusätzlich mehr als 64 Millionen Dollar (rund 49 Millionen Euro).

Wie das US-Justizministerium heute zur Begründung mitteilte, stellte eine Untersuchung unabhängiger Wirtschaftsprüfer «erhebliche Fehler» bei der Entschädigung der Betroffenen fest. Das habe zur Folge gehabt, dass Ansprüche etlicher Geschädigter nicht angemessen erfüllt oder gar abgewiesen wurden.

2600 Geschädigte gehen leer aus

Die Betroffenen könnten in sieben bis zehn Tagen mit einer Auszahlung des Geldes rechnen, hiess es weiter. Mehr als 2600 weitere Geschädigte gehen laut dem Untersuchungsbericht allerdings leer aus, weil ihre Anträge keine Informationen über mögliche finanzielle Einbussen enthalten. Die Prüfer stiessen den Angaben zufolge auch auf Betroffene, denen fälschlicherweise zu viel ausgezahlt wurde. Nach Angaben des Justizministeriums sollen die Leistungen jedoch nicht eingezogen werden.

BP richtete nach der Explosion auf der Bohrplattform «Deepwater Horizon» vom 20. April 2010 und der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko einen Entschädigungsfonds im Volumen von 20 Milliarden Dollar ein. In einer Stellungnahme lobte der Ölkonzern den jüngsten Prüfungsbericht der Gulf Coast Claims Facility. Bei der Explosion starben elf Ölarbeiter. (fko/dapd)

(Erstellt: 20.04.2012, 17:25 Uhr)

Artikel zum Thema

Schadenersatzzahlungen bringen BP ins Schwitzen

Der britische Ölkonzern beklagt zu hohe Ausgaben für die Entschädigung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Immerhin hätten die Fischer die beste Krabbenfang-Saison seit fünf Jahren hinter sich, argumentiert BP. Mehr...

Prozess um Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verschoben

Am Montag hätten die Verhandlungen um die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko beginnen sollen. Der Prozess wurde nun um eine Woche verschoben. Die Parteien sollen über einen Vergleich diskutieren können. Mehr...

Ungestillter Durst nach Tiefseeöl

BP plant, vor den Shetlandinseln in 1300 Meter Tiefe nach Öl zu bohren – und zieht dabei einen «Notfall» in Erwägung, der schlimmere Folgen haben könnte als die Katastrophe im Golf von Mexiko. Mehr...

[Alt-Text]

Marktplatz

Die Welt in Bildern

Nachtschicht: US-Soldaten bereiten sich in der Provinz Nangarhar, Afghanistan, auf einen Spezialeinsatz vor. (19. Dezember 2014)
(Bild: Lucas Jackson) Mehr...