«New York Times» verkauft 16 Regionalzeitungen

Der Mediengigant trennt sich von seinen Lokalblättern. Künftig will er sich stärker auf digitale Inhalte und den Markt an der Ostküste konzentrieren. Die Börse reagiert positiv.

Ausrichtung auf Digital: Das Gebäude der New York Times Company.

Ausrichtung auf Digital: Das Gebäude der New York Times Company. Bild: Keystone

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Die New York Times Company verkauft 16 kleinere Regionalzeitungen im Süden der USA. Die Zeitungen sollen für 143 Millionen Dollar (110 Millionen Euro) an die Halifax Media Holdings in Florida verkauft werden, teilte das New Yorker Medienhaus heute mit. «Der Verkauf der Regional Media Group wird der New York Times Company erlauben, die Ausrichtung auf digitale und multimediale Inhalte weiter zu führen», sagte Unternehmenschef Arthur Sulzberger. In wenigen Wochen soll das Geschäft abgeschlossen sein.

Wie viele andere Zeitungsverleger in den USA hat auch das New Yorker Medienhaus darunter gelitten, dass Anzeigenkunden den günstigeren Werbeplatz im Internet bevorzugen und weniger Zeitungsannoncen schalten. Als Reaktion darauf hatte die «New York Times» im März den uneingeschränkten Zugang zu seinen Artikeln im Internet kostenpflichtig gemacht. Rund 300.000 Menschen waren Anfang Dezember nach Unternehmensangaben bereit, für den Onlinedienst zu bezahlen.

Börse belohnt Schritt mit leichtem Kursanstieg

Im vergangenen Jahr trugen die nun verkauften Zeitungen elf Prozent zum Gesamtumsatz von 2,4 Milliarden Dollar (1,84 Milliarden Euro) der Unternehmensgruppe bei. Darunter sind Regionalzeitungen wie «The Press Democrat» in Kalifornien oder der «News Chief» in Florida. «Die gute lokale Berichterstattung dieser Zeitungen ist nicht nur ein Service für den Leser, sondern, unserer Ansicht nach, eine gute Investition», sagte Michael Redding, Vorstandsvorsitzender von Halifax Media Holdings. Das Unternehmen mit Sitz in Daytona Beach in Florida gibt das «Daytona Beach News-Journal» heraus.

Die New York Times Company konzentriert sich mit dem Verkauf wieder auf den Zeitungsmarkt in den Grossstädten an der Ostküste. Dort verlegt das Unternehmen unter anderem die «New York Times» und den «Boston Globe». Auch die in Paris herausgegebene englischsprachige «International Herald Tribune» gehört dem Verlag. Die Börse belohnte den Schritt mit einem leichten Kursanstieg der Aktie der New York Times Company.

(kle/sda)

(Erstellt: 28.12.2011, 10:37 Uhr)

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