Novartis-Gewinn bricht um ein Drittel ein

Der Basler Pharmakonzern Novartis erleidet im Transformationsjahr 2015 einen deutlichen Gewinnrückgang. Auch im neuen Jahr steht ein hartes Stück Arbeit an.

Der Umbau an der aus Ciba-Geigy und Sandoz entstandenen Firma geht weiter: Montage des neuen Logos am Hauptsitz von Novartis in Basel. (20. Dezember 1996)

Der Umbau an der aus Ciba-Geigy und Sandoz entstandenen Firma geht weiter: Montage des neuen Logos am Hauptsitz von Novartis in Basel. (20. Dezember 1996) Bild: Werner Getzmann/Keystone

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Das schwächelnde Augengeschäft und die starke Konzernwährung Dollar haben das Geschäftsjahr 2015 des Pharmakonzerns Novartis belastet. Der Umsatz sank um fünf Prozent auf 49,41 Milliarden Dollar. Das ist schlechter als von Analysten erwartet: Diese hatten im Schnitt 49,9 Milliarden Dollar prognostiziert.

Zudem hatte Novartis den ganzen Konzern neu ausgerichtet. Die Fokussierung auf drei Geschäftsbereiche führte 2015 auch zu einem Rückgang des Reingewinns um über ein Drittel auf 7,02 Milliarden Dollar. Trotzdem sollen die Aktionäre 2,70 Franken Dividende je Aktie erhalten, das sind 0,10 Franken mehr als im Vorjahr, teilte das Unternehmen heute mit.

Nach der Bekanntgabe des Jahresergebnisses sind die Aktien von Novartis am Mittwoch an der Schweizer Börse eingebrochen. Im frühen Handel verloren die Novartis-Titel 3,2 Prozent an Wert. Analysten zeigten sich enttäuscht vom Jahresabschluss und vom Ausblick 2016.

Jimenez verdient eine Million weniger

Im vergangenen Jahr sei die Portfoliogestaltung abgeschlossen worden, solide Finanzergebnisse erzielt und die Kerngewinnmarge trotz starker Währungseffekte verbessert worden, wird Konzernchef Joseph Jimenez in der Medienmitteilung von heute zitiert.

Jimenez hat im Geschäftsjahr 2015 weniger verdient als im Vorjahr. Seine Gesamtentschädigung wird mit 11,6 Millionen Franken nach 12,6 Millionen Franken im Jahr 2014 ausgewiesen. Der am zweitbesten bezahlte Manager war erneut Pharmachef David Epstein, der insgesamt knapp 9,0 Millionen Dollar nach 9,3 Millionen Dollar im Vorjahr erhielt. Sein Gehalt wird im Geschäftsbericht im Unterschied zu den anderen in Dollar ausgewiesen.

An die gesamte Geschäftsleitung wurden 2015 total knapp 52 Millionen Franken ausbezahlt, nach 69,2 Millionen Franken im Vorjahr, wie dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht zu entnehmen ist.

Novartis schafft führendes Augenheilgeschäft

2016 will der Konzern seine Augenheilsparte Alcon auf Kurs bringen. Erste Schritte sind eingeleitet worden, indem sich Alcon künftig auf die Augenchirurgie sowie Kontaktlinsen und deren Pflege fokussiert.

Die pharmazeutischen Produkte von Alcon mit einem Umsatz von 3,8 Milliarden Dollar sollen gleichzeitig in die Division Pharmaceuticals transferiert werden. Damit entstehe das weltweit führende Augenheilmittelgeschäft mit einem Umsatz von rund 6 Milliarden Dollar, schreibt Novartis. Alcon erhält ausserdem mit Mike Ball einen neuen Chef. Er ersetzt Jeff George, der das Unternehmen verlässt.

Mit diesen und weiteren Veränderungen will Novartis die Innovationsdynamik und die Effizienz steigern. Ab 2020 wird mit jährlichen Kosteneinsparungen von mehr als 1,0 Milliarden Dollar gerechnet. Erste Einsparungen sollen aber bereits im laufenden Jahr erzielt werden.

Für das Geschäftsjahr 2016 peilt Novartis währungsbereinigt einen Umsatz und einen bereinigten operativen Gewinn weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres an. 2015 betrug der operative Kerngewinn 13,79 Milliarden Dollar – ein Plus von zehn Prozent. (rub/sda)

(Erstellt: 27.01.2016, 07:17 Uhr) Update folgt...

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