Wirtschaft

Nun geht Nestlé auf die Migros los

Aktualisiert am 22.07.2012

Neue Runde im Kaffeekapsel-Knatsch: Nestlé hat Klage gegen die Migros eingereicht. Grund sind die kompatiblen Kapseln namens Café Royal. Zudem geht Nespresso puncto Verkaufsstrategie über die Bücher.

Sollen bald im Detailhandel erhältlich sein: Die originalen Kaffeekapseln von Nestlé.

Sollen bald im Detailhandel erhältlich sein: Die originalen Kaffeekapseln von Nestlé.
Bild: Keystone

Die Billigkopie von Migros: Café-Royal-Kapseln. (Bild: Migros)

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Nestlé (NESN 65.75 -2.38%) hat die Migros wegen Patentverletzung eingeklagt. Der orange Riese bestätigt gegenüber der «SonntagsZeitung» den Eingang der Klageschrift. Der Grund: Der Grossverteiler verkauft unter dem Namen Café Royal Nespresso-kompatible Billigkapseln.

Nestlé hat bereits gegen Coop-Tochter Fust und Migros-Tochter Denner wegen ihren billigeren Kaffeekapseln Klage eingereicht.

Nestlé in der Defensive

Die Migros sieht im Verkauf der Kapseln kein Problem: «Wir verletzen mit Café Royal weder Marken- noch Patentrechte von Nestlé», erklärt Sprecherin Monika Weibel gegenüber der «SonntagsZeitung». «Aufgrund der erfolgten Interventionen bei unseren Konkurrenten konnten wir eine Klage aber nie ausschliessen.»

Nestlé selbst äussert sich nicht über die eingereichte Klage. Fakt ist, dass sich das Schweizer Unternehmen im Streit um die Kaffeekapseln in der Defensive befindet. Fust darf seine Kapselkopien seit kurzem wieder im Sortiment führen. Am 2. Juli hat das Handelsgericht in Lausanne das superprovisorisch erlassene Verkaufsverbot per sofort aufgehoben. Auch bei Denner liegen die Billigkapseln seit August 2011 wieder in den Regalen.

Nespresso-Kapseln bei Manor

Nun geht Nespresso auch intern über die Bücher. Der Konzern will seine Original-Kaffeekapseln nun auch im klassischen Detailhandel verkaufen, um vermehrt dort präsent zu sein, wo Kunden ohnehin schon einkaufen. Die bestehenden 20 Nespresso-Boutiquen sind vornehmlich an teuren Innenstadtlagen anzutreffen.

Ein erster Testlauf in den Manor-Warenhäusern in Genf und Lugano ist laut dem Bericht erfolgreich verlaufen. Nun folgt die Expansion in die Deutschschweiz. Manor-Sprecherin Elle Steinbrecher erklärt: «Im Herbst eröffnen wir den dritten Nespresso-Shop bei Manor in Aarau.» Weitere Standorte würden geprüft.

Strategie im Ausland

Laut Nespresso-Schweiz-Chef Pascal Hottinger verfolgt das Unternehmen diese Strategie auch im Ausland. «In Deutschland befindet sich eine Nespresso-Boutique im Berliner Kaufhaus KaDeWe, englische Kunden finden einige Boutiquen unter dem Dach der Warenhäuser von Selfridges und in Spanien arbeiten wir mit dem Partner Corte Inglés zusammen», erklärt er.

(wid)

Erstellt: 22.07.2012, 10:00 Uhr

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