Pilatus stösst auf seine neuste Entwicklung an

Der Zentralschweizer Flugzeugbauer präsentiert in Genf den PC-24, den ersten Schweizer Jet seit 50 Jahren. Tagesanzeiger.ch/Newsnet wirft einen Blick hinein.

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Heute schrieb Pilatus Schweizer Luftfahrtgeschichte. Die Stanser Flugzeugwerke präsentierten ihr «Geheimprojekt» PC-24. Lange hatten Aviatik-Fans nur gemunkelt, nun folgte die Bestätigung: Der zweistrahlige Businessjet wurde an der Genfer Luftfahrtsmesse zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt.

Was auf den ersten Blick auffällt, ist der grosszügige Frachtraum, welcher das Erscheinungsbild des Jets prägt. Ebenfalls grosszügig bemessen ist die Türe zum Frachtraum, ein Markenzeichen des PC-24. Die Schweizer Neuentwicklung sei der erste Businessjet weltweit, der serienmässig mit einem Frachttor ausgestattet sei, teilte Pilatus mit. Angetrieben wird der Jet von zwei Triebwerken der Firma Williams International. Diese wurden bisher vor allem von der amerikanischen Konkurrenzfirma Cessna benutzt. Der Jet soll dereinst eine Höchstgeschwindigkeit von 787 Kilometern pro Stunde erreichen.

Besinnung auf frühere Erfolge

Das Business-Flugzeug ist der erste in der Schweiz hergestellte Jet seit mehr als 50 Jahren. Der angestrebte Mix aus Robustheit und Frachtkapazität des PC-24 soll den Jet ähnlich erfolgreich machen wie seinen Vorgänger, das einmotorige Mehrzweckflugzeug PC-12. Der PC-12 ist der Verkaufsschlager der Pilatus-Werke. Über tausend Stück davon verkaufte das Unternehmen in den letzten 20 Jahren.

Der Listenpreis des PC-24 beträgt rund 8,9 Millionen US-Dollar. Der Jet werde in verschiedenen Konfigurationen erhältlich sein, teilte Pilatus mit. Darunter sind ein Executive-Layout mit 6 bis 8 Passagiersitzen, eine Commuter-Version mit 10 Sitzen sowie Spezialausstattungen für Ambulanzflüge.

Das Unternehmen besann sich laut Experten bei der Entwicklung des PC-24 auf die erfolgreichsten Produkte seiner Firmengeschichte: Der 1959 erstmals produzierte PC-6 galt wegen seiner Widerstandsfähigkeit als «Jeep der Lüfte». Der PC-12, seit 1992 in Produktion, überzeugte in seiner Kombination als Fracht- und Passagierflugzeug.

Markteinführung im nächsten Jahr

Der PC-24 vereint diese Attribute. Der Flieger könne auf sehr schlechten Pisten landen, sagte Pilatus-Chef Oscar Schwenk bereits vergangene Woche gegenüber «10vor10». Gemeint sind damit beispielsweise Sandpisten. So sollen auch kleinere Flugplätze angeflogen und der Administrationsaufwand bei Grossflughäfen umgangen werden.

In der Luft kann der PC-24 derzeit noch nicht beobachtet werden. Das heute in Genf vorgestellte Flugzeug ist ein erstes Modell. Mit der Markteinführung ist laut Pilatus im dritten Quartal 2014 zu rechnen. Ende 2014 sollen die Maschinen abheben und bis 2017 ausgeliefert werden können. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 21.05.2013, 10:58 Uhr)

Pilatus präsentierte heute in Genf ein Modell des neuen PC-24. (Video: Keystone)

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