Wirtschaft

Pleitebank besitzt genug Uran für eine Atombombe

Die zusammengebrochene amerikanische Investmentbank Lehman Brothers besitzt rund 500'000 Pfund Uran. Mit dem Verkauf wollen die Insolvenzverwalter einen Teil der riesigen Schulden abtragen.

Schuldenberg von 200 Milliarden Dollar: Lehman Brothers.

Schuldenberg von 200 Milliarden Dollar: Lehman Brothers.
Bild: Keystone

Lehman Brothers, im letzten September kollabiert, wird Stück für Stück liquidiert. Die Auflösung der einst stolzen Investmentbank dürfte etwa zwei Jahre dauern. Lehman Brothers verfügt kaum noch über Vermögenswerte, die Pleitebank ist aber im Besitz von etwa 500'000 Pfund Uran, wie die Zeitung «Financial Times Deutschland» berichtet. Die Zeitung beruft sich auf Schätzungen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Beim aktuellen Preis von 40 Dollar pro Pfund ist der Uranbesitz etwa 20 Millionen Dollar wert. Die Grössenordnung dieser Zahlen bestätigt Bryan Marsal, Lehman-Vorstandschef und -Insolvenzverwalter. «Wir sind bereit, das Uran zu verkaufen, wenn sich der Markt verbessert.» Mit dem Erlös will der Insolvenzverwalter einen Teil der Schulden von Lehman Brothers begleichen. Der Schuldenberg beträgt etwa 200 Milliarden Dollar.

Laut «Financial Times Deutschland» handelt es sich beim Uran, das Lehman Brothers besitzt, um Yellowcake, ein Pulvergemisch mehrerer Uranverbindungen. 500'000 Pfund Yellowcake reichten aus, um einen modernen Reaktor für ein Jahr zu betreiben – oder auch um eine Atombombe zu bauen.

Lehman erhielt Lizenz kurz vor Pleite

Lehman Brothers stieg einen Monat vor dem Kollaps am 15. September 2008 mit dem Erwerb der notwendigen Lizenz in den Uranhandel ein. Uran wird üblicherweise über Brokerhäuser gehandelt. Doch auch Finanzinvestoren spielen zunehmend eine bedeutende Rolle im Handel mit Uran, dessen Preis in den letzten Jahren stark anstieg.

Inzwischen ist eine Trendwende zu beobachten: Der Uranpreis ist in den letzten fünf Monaten von 55 auf 40 Dollar pro Pfund gesunken. Analysten befürchten, dass Länder wie China und Indien ihre Nuklearprojekte angesichts der Wirtschaftskrise zurückstellen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.04.2009, 15:33 Uhr

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12 Kommentare

Helge Kautz

15.04.2009, 12:25 Uhr
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Pfund? Warum nicht in Scheffeln angeben? Oder Unzen? Karat? Esslöffeln? Messerspitzen? Und welches Pfund ist überhaupt gemeint? Das metrische, also 500 Gramm? Antworten


Schrott Raoul

14.04.2009, 23:14 Uhr
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Strauss Roland 14-Apr-2009 19.56, Hamilton Alexander 15.47 Uhr und andere: Lehmann wollte mit diesem Rohstoff spekulieren! Die Bank hatte nie daran gedacht, selbst auf dem Material sitzenzubleiben. Genau da muss man doch ansetzen: Wie kann es erlaubt sein, dass Kapital nur dazu eingesetzt wird, um als Zwischenhändler an den schwankenden Preisen zu verdienen, ohne eine produktive Leistung zu erbringen? Das ist der Skandal, so wird die produktive Wirtschaft ausgesaugt. Banken sind Parasiten! Antworten


Roland Strauss

14.04.2009, 19:56 Uhr
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Was soll so speziell daran sein? Es gibt für Uran einen riesigen Markt: Hunderte von Atomreaktoren. Was eher problematisch ist, ist das typische Bankverhalten sich zwischen A und B einzuklinken und einen Profit ohne produktive Arbeit zu erzielen. Antworten


Alexandra Hamilton

14.04.2009, 18:56 Uhr
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@Fabio Meier: Ihr Kommentar wurde ja auch publiziert, obwohl am Thema vorbei und inhaltsleer. Also beklagen Sie sich nicht über andere Beiträge deren Inhalt sie nicht mal verstehen - Satire lieber "Herr Meier", Satire. Antworten


Philipp Meyer

14.04.2009, 17:32 Uhr
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Wer damit Handel treiben will, benötigt über kurz oder lang - wenn er nicht in einen Squeeze reinlaufen will (also vom Markt preismässig in eine Ecke gedrängt wird) den Rohstoff selbst. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass es Zertifikate auf den Rohstoff gibt/gab, die mit dem physischen Metall hinterlegt sein müssen. Antworten


Bruno Schnider

14.04.2009, 17:19 Uhr
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Sorry lieber Tagi! Schlecht recherchiert. Der Uranpreis ist auf Grund panikartiger Verkäufe der Hedgefunds im letzten Spätherbst stark gefallen. Seit Jahresbeginn sind die Werte wieder deutlich gestiegen. Uran gilt heute zu den Commodity-Empfehlungen etlicher Analysten. (Quelle: Bloomberg) Antworten


Fabio Meier

14.04.2009, 17:06 Uhr
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So langsam ist es mühsam dass die Tagiredaktion offenbar nicht einmal die wenigen Kommentare wirklich redigieren kann. Da ist etwas Frau "Alexandra Hamilton" die bei jedem Thema früher oder später die bösen USA als Universellschuldigen ausmacht. Fraglich ob der Name überhaupt echt ist. Dann "Ronny König", September 08 war noch Bush an der Macht, zur Erinnerung. Antworten


Kurt Aegeri

14.04.2009, 16:40 Uhr
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Ja, das würde mich auch interessieren: an wen wollten sie das Zeug ursprünglich verkaufen? Ist ja schon so ein Hammer. Aber das könnte sich tatsächlich als spannend erweisen... Antworten


Beatrice Schellenberg

14.04.2009, 16:23 Uhr
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Sehr geehrte Frau Hamilton (-: standing ovations :-) für Ihren Beitrag um 15.47. Wer weiss, vielleicht hat Leemann den "Yellowcake" von seinem Brother :-! Antworten


Alexandra Hamilton

14.04.2009, 15:47 Uhr
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Erinnert mich irgendwie an Bush’s Jan. 28, 2003 State of the Union Rede und Irak, dass sich offenbar solches Uran in Niger besorgen wollte (stellte sich nachträglich als Unsinn raus). Woher hat Lehmann diesen "yellowcake" Stoff, wo wird er gelagert, etc? Eigentlich müsste das Zeug konfisziert werden und die Armee in der Wall St. einmarschieren... oder wo immer sich dieses Zeugs befindet. Antworten


D. Truninger

14.04.2009, 15:38 Uhr
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... und plötzlich hat die Finanzkriese eine atomare Komponente. Wenn da etwas bewusst abgelaufen ist mit dem hochgehen lassen z.B. dieser Bank wird es sehr spannend! Antworten


Ronnie König

14.04.2009, 15:16 Uhr
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Wem wollten die luschen Brüder das Zeugs ursprünglich wohl verkaufen? Bitte recherchieren. Eignet sich als Retourkutsche an Obama wegen Bankgeheimnis. Antworten



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