Post streicht hundert Jobs
Weniger Aufträge: Mitarbeiter des Expressdienstes. (Bild: Keystone)
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Bereits Mitte Oktober 2009 hatte die Post angekündigt, auf Grund einer Neuausrichtung bei den Kurier- und Expressdiensten mit einem Stellenabbau zu rechnen. Als Grund hatte sie die deutlich zurückgegangenen Mengen in diesem Geschäftsbereich genannt. Um Synergien zwischen den Distributionsbasen und den Kurierzentren besser zu nutzen, wurden seit vergangenem November sämtliche verbleibende Kurierzentren und Kurierfilialen mit bestehenden Distributionsbasen zusammengeführt.
Dieser Neuorganisation fallen an den Standorten Zürich, Basel, Bern, Genf, Lausanne, Winterthur, Olten und Aarau bis Ende Jahr 100 Stellen zum Opfer. Betroffen sind rund 300 Angestellte - die meisten arbeiten Teilzeit, wie Postsprecher Oliver Flüeler zu Berichten in der «NZZ am Sonntag» und der «SonntagsZeitung» bestätigte. Laut Flüeler wird alles versucht, um Kündigungen zu vermeiden. Vorerst sollen die Betroffenen mit einer Einmalzahlung von 10'000 bis 25'000 Franken zu einer freiwilligen Kündigung bewegt werden. Ab April entscheiden die Verantwortlichen, wen sie allenfalls doch entlassen.
Was der Sozialplan vorsieht
Derweil haben sich die Post und die Gewerkschaften auf einen Sozialplan geeinigt. Neben Abgangsentschädigungen von bis zu vier Monatslöhnen, Beiträgen an Umzugskosten sowie Aus- und Weiterbildungsprogrammen sieht dieser auch längere Kündigungsfristen bei über 50-jährigen Angestellten und einen Härtefall-Fonds vor. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die innerhalb der Post eine andere Stelle mit tieferem Lohn annehmen, erhalten während eines Jahres die Differenz zum bisherigen Salär. Zudem sind Frühpensionierungen mit einem erhöhten Rentenkapital vorgesehen.
Die Gewerkschaft Kommunikation hatte bei der Ankündigung des Stellenabbaus diesen Entscheid scharf kritisiert. Es dürfe nicht sein, dass das Personal für die krassen Managementfehler der Post zahlen müsse, hiess es. 2005 habe die Post die damalige Expresspost gegen den Willen der Gewerkschaft in eine eigenständige, privatrechtliche Tochtergesellschaft ausgelagert. Die Post sei damals stur der gängigen Managementlehre gefolgt und müsse nun das komplette Scheitern dieser Strategie eingestehen. (vin/ddp)
Erstellt: 21.02.2010, 21:17 Uhr
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