Wirtschaft

Rajaratnam zieht IBM und Intel mit in den Strudel

Aktualisiert am 20.10.2009

Im wohl grössten Insider-Skandal eines Hedgefonds an der Wallstreet bemühen sich mehrere US-Grosskonzerne um Schadensbegrenzung. Bei IBM traf es den Kronprinzen.

Steht unter Verdacht, Insider-Informationen illegal ausgenutzt zu haben: Raj Rajaratnam.

Steht unter Verdacht, Insider-Informationen illegal ausgenutzt zu haben: Raj Rajaratnam.
Bild: Keystone

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Die IT-Riesen IBM (IBM 194.3 -0.91%) und Intel (INTC 25.74 0.35%) beurlaubten ihre zwei im Zuge der Affäre verdächtigten Topmanager bis auf weiteres. Beide bestreiten die Vorwürfe. Die Anleger des im Zentrum des Skandals stehenden Hedgefonds Galleon Group ziehen derweil laut «Wall Street Journal» scharenweise ihr Geld ab. Sie wollten demnach bereits mehr als ein Drittel der bei Galleon verwalteten rund 3,7 Milliarden Dollar zurückhaben, berichtete die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf Händler.

In einer spektakulären Aktion hatten die US-Behörden am Freitag in New York den in Sri Lanka geborenen Milliardär und Hedgefonds-Chefs Raj Rajaratnam sowie fünf mutmassliche Komplizen festgenommen.

Grosse Augen bei Intel

Als Insiderhandel-Netzwerk sollen sie mit vertraulichen Informationen verbotene Aktiengeschäfte getätigt und so illegal 20 Millionen Dollar verdient haben. Der 52 Jahre alte Rajaratnam kam gegen eine Kaution von 100 Millionen Dollar vorerst auf freien Fuss.

Der weltgrösste Chipproduzent Intel hatte laut Konzernchef Paul Otellini keinerlei Wissen oder Warnung vor der Festnahme eines seiner führenden Manager. «Niemand in der Rechtsabteilung oder im Management wusste irgendetwas davon», sagte Otellini dem «Wall Street Journal».

Bei Intel soll laut Staatsanwaltschaft der in der Finanzabteilung arbeitende Rajjiv Goel den Betrügerring mit noch unveröffentlichten Details etwa zu anstehenden Quartalszahlen versorgt haben. Bei IBM steht Vizepräsident Robert Muffat im Verdacht. Er zählte bisher zu den möglichen Kandidaten für den Chefsessel des Konzerns. (cpm/sda)

Erstellt: 20.10.2009, 13:43 Uhr

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