Wirtschaft
Reich und schlau: Schweizer Konzern marschiert an die Weltspitze
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Dank einer soliden Bilanz kann sich Holcim nach Einschätzung von Analysten weitere Übernahmen leisten, während in Geldnot geratene Konkurrenten Teilbereiche billig verkaufen müssen.
Früher oder später dürfte Holcim dem französischen Konkurrenten Lafarge die Marktführerschaft streitig machen. «Ich gehe davon aus, dass Holcim Lafarge bald überrunden kann», sagte Vontobel-Analyst Patrick Laager - eine Einschätzung, die Helvea-Analyst Patrick Appenzeller teilt: «Holcim und Lafarge dürften sich beim Umsatz in den nächsten zwölf Monaten angleichen. Es ist sogar möglich, dass Holcim Lafarge in den nächsten ein oder zwei Jahren überholt.»
«Fast frecher Zug»
In der vergangenen Woche zeigte Holcim, wie man einem Konkurrenten günstig Marktanteile abnehmen kann. Der Konzern kauft für 1,8 Milliarden Franken das Australien-Geschäft der hoch verschuldeten mexikanischen Cemex. Holcim schloss damit in seinem Portfolio eine Lücke in der wichtigen Region Südostasien/Pazifik.
Der Zukauf verringere den Umsatz-Rückstand von Holcim auf Lafarge auf zehn Prozent von 20 Prozent, erklärte Appenzeller. Finanziell sei die Übernahme hoch attraktiv, erklärte Laager. Holcim nutze die Lage geschickt aus. «Es war fast ein frecher Zug, in der grössten Krise seit den 1930er Jahren eine Akquisition von 1,8 Mrd. Fr. zu machen.»
Konkurrenz zahlte zu viel
Holcim zahlt für die Cemex-Tochter das 6,6-Fache des operativen Ergebnisses und damit rund ein Drittel weniger, als Konkurrenten für ähnliche Zukäufe in den vergangenen Jahren auf den Tisch legen mussten. Cemex hatte das australische Geschäft 2007 noch für das 10,6-Fache des operativen Ergebnisses gekauft.
Nach Ansicht der JP-Morgan-Analysten könnte Holcim noch weitere Übernahmen bis zu drei Milliarden Franken stemmen, ohne neues Kapital beschaffen zu müssen. Und wenn doch Geld gebraucht würde, könnte sich der Konzern nach Ansicht eines Zürcher Analysten leicht noch einmal bis zu zwei Milliarden Franken am Markt beschaffen.
Nach den Worten von Holcim-CEO Markus Akermann stehen zwar keine weiteren Akquisition an. Die Integration des Geschäfts in Australien habe Vorrang. Ganz ausschliessen wollte er weitere Zukäufe aber nicht.
Stark in Schwellenländern
Zugute kommt Holcim auch seine starke Stellung in den Schwellenländern, wo das Unternehmen über drei Viertel aller Zementkapazität verfügt und wo der Bedarf angesichts des Infrastrukturaufbaus und der Verstädterung besonders gross ist.
»Indien und China sind die wichtigsten Märkte der kommenden 20 Jahre», sagte Laager. In Indien, wo der Zementmarkt neun Prozent pro Jahr wachse, liege Lafarge weit zurück. «Gerade dieses Land ist ein Trumpf für Holcim.» (cpm/sda)
Erstellt: 25.06.2009, 16:31 Uhr
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