Wirtschaft

Reiseveranstalter rüsten sich für den Währungswechsel

Aktualisiert am 06.11.2011 26 Kommentare

Wirtschaftsexperten raten Griechenland zu einer Rückkehr zur Drachme. Europäische Reiseunternehmen sichern sich nun vertraglich gegen den Währungswechsel ab. So auch ein erster Anbieter in der Schweiz.

Reisekonzerne stellen die Weichen für den Währungswechsel: Tourist steht vor dem Parthenos-Tempel auf der Athener Akropolis. (Archivbild)

Reisekonzerne stellen die Weichen für den Währungswechsel: Tourist steht vor dem Parthenos-Tempel auf der Athener Akropolis. (Archivbild)
Bild: Keystone

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Der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn rät Griechenland zum Ausstieg aus dem Euro und zur Rückkehr zur Drachme. «Mit dem Euro kommen die Griechen nie wieder auf einen grünen Zweig», sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Für eine Währungsumstellung müssten die griechischen Banken eine Woche lang geschlossen bleiben. Alle Konten, Bilanzen und Staatsschulden würden auf Drachme umgestellt. Dann würde die griechische Währung abgewertet, um das Land wieder wettbewerbsfähig zu machen. «Es gibt ein lokales Gewitter, und dann scheint wieder die Sonne», sagte Sinn.

Experten prophezeien Währungsverluste bis 60 Prozent

Hotelplan Suisse hat bereits mit seinen griechischen Partnern eine Drachmen-Vereinbarung getroffen. Dies bestätigt der Reiseveranstalter auf Anfrage der Zeitung «Der Sonntag». Sollte Griechenland aus der Eurozone aussteigen, wird das Geld in der neuen Währung überwiesen. Das könnte wieder die Drachme sein.

Denn für Reiseunternehmen ist längst nicht mehr klar, dass in Griechenland auch künftig mit dem Euro bezahlt wird. Sie sichern sich jetzt gegen Währungsrisiken ab. Hintergrund ist die Befürchtung vieler Experten, dass eine neue griechische Währung kurz nach der Einführung um bis zu 60 Prozent an Wert verlieren könnte. Probleme mit den Griechen gab es laut Hotelplan Suisse aber nicht. Es ginge nicht darum, von einem Währungswechsel zu profitieren, sondern dafür zu sorgen, dass die Bedingungen gleich blieben, sagt Sprecherin Prisca Huguenin.

Auch TUI trifft Massnahmen

Angesichts der anhaltenden Krise in Griechenland stellt auch der Touristikkonzern TUI bereits Weichen für den Fall einer Rückkehr des Landes zur Drachme. Wie die deutsche «Bild»-Zeitung gestern berichtete, forderte TUI griechische Hoteliers auf, einen Vertrag zur Absicherung gegen Währungsrisiken zu unterzeichnen. «Wenn der Euro nicht mehr die Währung sein sollte, ist TUI berechtigt, die Geldsumme in der neuen Währung zu bezahlen», heisst es demnach in dem Text zur Begleichung künftiger Hotel-Rechnungen in Griechenland.

Hintergrund ist die Befürchtung, dass im Fall eines Austritts aus der Euro-Zone die dann eigenständige griechische Währung stark an Wert verlieren dürfte.

Hotelbesitzer äussern Kritik

«Wir müssen uns gegen solche Währungsrisiken absichern. Es gibt mehr als eine theoretische Möglichkeit, dass Griechenland aus der Euro-Zone aussteigt», sagte TUI-Sprecher Robin Zimmermann dazu der «Bild»-Zeitung.

Griechische Hoteliers reagierten demnach empört. «Kein Hotelier wird das machen», wandte sich der Präsident des griechischen Tourismusverbandes, Andreas Andreadis, gegen die Aufforderung von TUI an die Hotelbesitzer, den ihnen zugesandten Vertragstext zu unterzeichnen. (mrs)

Erstellt: 06.11.2011, 09:22 Uhr

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26 Kommentare

Roberto Hamburger

06.11.2011, 15:22 Uhr
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...und wie kann ich mich gegen die unverschaemt teueren Tarifen der CH Hotellerie schuetzen, wenn ich die heimatliche CH besuchen will?
Von der schlechten Bedienung, mangelnde Freundlichkeit und nicht "up-to-date" Einrichtungen gar nicht zu reden.
Antworten


Markus Rotkopf

06.11.2011, 10:16 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Wo bittschön soll hier für die Reiseveranstalter ein Risiko liegen? Wechselt Griechenland zur Drachme und zahlen die Kunden weiterhin in Euro oder CHF, lachen sich die Reiseveranstalter ins Fäustchen ob des Gewinns. Man sollte als Kunde eine solche Erklärung verlangen: Kommt's zum Währungswechsel, soll mir TUI 50% des Preises zurückzahlen. Antworten



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