Wirtschaft

Rieter-Aktie verschlechtert massiv Forbo-Rechung

Aktualisiert am 23.12.2008

Der Bodenbelags- und Klebstoffehersteller Forbo muss auf seiner Beteiligung am Technologiekonzern Rieter eine Wertberichtigung vornehmen. Damit wird das Konzernergebnis um 70 Millionen belastet.

Forbo spürt die Folgen der Finanzkrise an mehreren Fronten: Auf der Beteiligung an Rieter wird ein grosser Abschreiber fällig und die Nachfrage ist eingebrochen. Forbo warnte in einem Communiqué vom Dienstagabend, ein Rückgang des Konzernergebnisses aus dem operativen Geschäft auf 80 Millionen Fr. sei nicht auszuschliessen. 2007 hatte das Konzernergebnis vor Steuern 154,8 Millionen Fr. betragen, das Betriebsergebnis belief sich auf 162,4 Millionen Franken. Zusätzlich muss Forbo auf seiner Beteiligung von 10 Prozent am angeschlagenen Textilmaschinen-Hersteller und Autozulieferer Rieter eine Wertberichtigung vornehmen. Diese belastet das Konzernergebnis mit gegen 70 Millionen Franken. Grund für den per Ende Jahr beschlossenen Abschreiber ist der Kurszerfall der Rieter-Aktie.

Forbo erwartet, dass das Nettoergebnis aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit für das gesamte Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr «leicht tiefer» liegen wird. Zusätzlich könnte das Nettoergebnis von allfälligen Rückstellungen für Restrukturierungen negativ belastet werden, heisst es ohne genauere Angaben.

Umsätze weggebrochen

Auch das Kerngeschäft lahmt. Seit Oktober hätten sich die Umsätze deutlich zurückgebildet. Im Verlaufe des Novembers seien sie eingebrochen. Auf Grund von verschiedenen Betriebsschliessungen, Zwangsferien und Einführung von Kurzarbeit bei Kunden müsse davon ausgegangen werden, dass auch die Dezember-Umsätze deutlich unter den Vorjahreswerten liegen werden, warnt Forbo. Auch die Ertragssituation habe sich «deutlich verschlechtert», zusätzlich seien auch die Debitorenrisiken «spürbar angestiegen». Trotz Kostensenkungsmassnahmen müsse davon ausgegangen werden, dass das Ergebnis für das zweite Halbjahr 2008 «nicht den Erwartungen entsprechend ausfallen» wird.

Forbo erwartet auch im nächsten Jahr keine rasche Erholung der Marktsituation. Das von This Schneider geführte Unternehmen geht davon aus, dass 2009 «deutlich anspruchsvoller» wird als 2008. Eine konkrete Prognose macht Forbo nicht. (vin/sda)

Erstellt: 23.12.2008, 18:41 Uhr

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