Wirtschaft

SBB suchen mit Kopfprämien nach Personal

Aktualisiert am 16.10.2011 44 Kommentare

Den Bundesbahnen fehlen mittelfristig hunderte qualifizierter Mitarbeiter. Deshalb sollen SBB-Angestellte selber neues Personal anwerben. Es lockt eine grosszügige Belohnung.

Schon jetzt Mangelware: Lokführer im Führerstand eines Zuges. (Archivbild)

Schon jetzt Mangelware: Lokführer im Führerstand eines Zuges. (Archivbild)
Bild: Keystone

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Angesichts des Lokführer-Mangels bezahlt die SBB Kopfprämien: SBB-Angestellte, die dem Unternehmen mögliche künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermitteln, erhalten 2500 Franken. Dies ist auch dann der Fall, wenn kein Arbeitsvertrag unterzeichnet wird.

«Das ist eine der effizientesten Massnahmen für die Rekrutierung», bestätigte SBB-Sprecherin Patricia Claivaz auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda einen Bericht der Zeitung «Sonntag». Wie viele Personen die SBB auf diesem Weg bereits eingestellt hat, konnte Claivaz aber nicht angeben.

Seit November 2007

Das Kopfprämien-System existiert seit November 2007, als die SBB Lokführer, Zugbegleiter und Informatiker suchte. «Die besten Botschafter der SBB sind ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter», sagte die Sprecherin.

Personal sucht die SBB auch mit Inseraten sowie Auftritten an Messen und an Hochschulen. Die Anwerbung durch Mitarbeiter sei im Vergleich dazu aber persönlicher und koste weniger, führte Claivaz aus. Die Prämie erhalten Angestellte, sobald sie der SBB eine Empfehlung zukommen lassen. Die angeworbene Person durchlaufe dann dasselbe Verfahren wie alle Kandidaten.

Der SBB fehlt qualifiziertes Personal, und weil der Verkehr und die Passagierzahlen zunehmen, wird sich der Mangel in Zukunft noch verschärfen. Nach Angaben von Sprecherin Claivaz fehlen mittelfristig einige hundert Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

VöV plant Kampagne

2009 riefen die Gewerkschaften das paritätische Schiedsgericht an, weil Verhandlungen über zu viel geleistete Stunden von Lokführern gescheitert waren. Das Gericht zwang die SBB, den Lokführern über die Grenzwerte hinaus geleistete Mehrarbeit als Überzeit zu entlöhnen. Zudem sollte die SBB mehr Personal einstellen.

Nach Angaben der SBB-Sprecherin wird zudem der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) eine Kampagne lancieren, um Personal zu rekrutieren. Geplant sei diese in den kommenden Monaten. (kpn/sda)

Erstellt: 16.10.2011, 15:42 Uhr

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44 Kommentare

Eron Thiersen

16.10.2011, 15:50 Uhr
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Vielleicht sollte die SBB Spitze ihre Personalpolitik massiv überdenken. Einerseits sucht man qualifiziertes Personal, andererseits macht die SBB vor allem mit einer schlechten Kultur Schlagzeilen. So müssen ungelernte langjährige MA einen Test nachholen und werden dann auf die Strasse gestellt, die Einstiegslöhne für Lokführer sind ein Witz etc. - Meyer und Gygi am wursteln! Bravo Antworten


Daniel Meier

16.10.2011, 20:00 Uhr
Melden 52 Empfehlung

Ich muss nur noch lachen. Wieso finden die SBB und andere Firmen kein Personal, weil die Verantwortlichen irrwitzige Vorstellungen haben, was für "Qualifikationen" die Bewerber haben sollen und das ganze zu einem miesen Lohn. Vielleicht sollte man mal beginnen und die Leute einzustellen und auszubilden als darauf zu hoffen, dass der perfekte Kandidat dann in hundert Jahren dahergeflogen kommt. Antworten



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