Wirtschaft

SBB-Chef Meyer: Schuld sind die Vorgänger

Beim Unterhalt von Fahrleitungen und Schienen bei der SBB besteht «Nachholbedarf». Das sagt SBB-Chef Andreas Meyer in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Die Fehler ortet er in der Vergangenheit.

Die Bundesbahnen brauchen deutlich mehr Geld: SBB-Chef Andreas Meyer.

Die Bundesbahnen brauchen deutlich mehr Geld: SBB-Chef Andreas Meyer.
Bild: Keystone

In den letzten Jahren habe die Belastung des Schienennetzes zugenommen, sagte Meyer. «Doch der Unterhalt der Fahrbahnen wurde seit 1995 nicht nur nicht angehoben, sondern sogar reduziert.» Im Nachhinein gesehen, müsse das als Fehler betrachtet werden. Es sei halt attraktiver, neue Angebote zu bestellen, als das bestehende Fundament zu pflegen, sagte Meyer im Interview.

Gleich sieht es der Präsident der Eisenbahnergewerkschaft SEV, Giorgio Tuti. Schuld seien einerseits die Politik, «die von der Bahn einen Leistungsausbau verlangt hat, ohne mehr Geld bereit zu stellen.» Andererseits habe es die SBB-Spitze verpasst, diesen Widerspruch transparent zu machen.

Der frühere SBB-Chef Bendikt Weibel sowie der frühere Verwaltungsratspräsident Thierry Lalive d'Epiney hätten einen Leistungsauftrag mit weniger Bundesmitteln akzeptiert, warf Tuti der ehemaligen SBB-Spitze in Interview mit der «SonntagsZeitung» vor.

Mehrkosten beim Gotthard-Basistunnel

Weitere Mehrkosten stellte SBB-Chef Meyer am Sonntag für den Unterhalt des Gotthard-Basistunnels in Aussicht. In einem Interview mit «Le Matin dimanche» sagte Meyer, dass er mit Mehrkosten von rund 400 Millionen Franken pro Jahr rechne. Erst am Dienstag wurde bekannt, dass die SBB für den Unterhalt zusätzlich eine Millarde Franken braucht. (bru/sda)

Erstellt: 27.09.2009, 12:30 Uhr

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12 Kommentare

Hans Schenk

06.10.2009, 13:49 Uhr
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Die Vorgänger sind Schuld!.... Eine BILLIGE Ausrede...!!! Die SBB hat (Hatte) sehr gute Leute im Haus! Wurde durch Ext. Berater aus dem Betrieb genommen! Bundesrat hat die schlechtesten Karten gezogen, bei der Wahl in die GL Leitung und VR. Vorbild die DB AG..... Antworten


Christian Schenk

06.10.2009, 09:19 Uhr
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aha. komisch. Eisenbahner an der Front wissen seit letztem Drittel der Neunziger Jahre, dass die Reduktion des Unterhalts ein Fehler ist. Und teure Folgen hat. Wer sein Auto vernachlässigt, kommt auch nicht nur mit den Servicekosten davon um die Schäden zu beheben. Dort ist es jedem klar. Und bei der Bahn soll das nicht gelten? Antworten


Hans Georg Nägeli

29.09.2009, 21:54 Uhr
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SBB-Chef Meyer Wenn die Aussage zum Nennwert zu nehmen sein sollte, wonach seine Vorgänger (Weibel / Epinay und Konsorten) am Debakel schuld sein sollten ist diesen subito die dicke Pension zu streichen.Wo bleibt eigentlich der Hauptverantwortliche Moritz mit seinem "Genossen Hans" Handlanger ? Wer nimmt diese in die Verantwortung ? Antworten


Bruno Froehlich

29.09.2009, 15:37 Uhr
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@ Brown, Baenziger, Ich verfolge alles aus Distanz , denn lebe seit 18 Jahren in Griechenland. Es soll Euch allen kein Trost sein, dass die Politik hier viel weniger in den Griff kriegt. @ Gauser tipt es richtig an und dieses Problem reicht zurueck bis in die Zeit als ich noch 3.Kl. zur Arbeit fuhr. Den Autoboom verschlafen und die Autofahrer kalkulierten die Kosten schon immer falsch, zu tief. Antworten


Rolf Gauser

29.09.2009, 09:02 Uhr
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Natürlich sind die Vorgänger schuldig; logo! - Die Bahn soll und muss kostendeckend arbeiten, ohne ständige des Strassenverkehrs. Aber BR Leuenberger hat dies immer noch nicht begriffen. Wer Bahn fährt, soll einen kostengerechten Preis zahlen; die Bahn soll ihre Leistung anpassen. Leeere Züge sind das Problem...... Antworten


Rolf Bänziger

29.09.2009, 08:30 Uhr
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@Fröhlich: richtig, Neid löst die Probleme nicht, Gier schafft aber viele zusätzliche. Wenn der liebe Herr Meyer nur 1 Fr. verdienen würde, könnten mindestens 15 bis 20 neue Stellen für den Unterhalt geschaffen werden. Und ich würde gerne die Schaufel finanzieren und mitschaufeln und neidvoll die Blasen an Meyers Händen betrachten = asymbolische Schadenfreude Antworten


Sam Brown

28.09.2009, 15:39 Uhr
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@ Bruno... Das Bahnfahren wird von JAhr zu JAhr teurer, offensichtlich haben Sie ein Spezialabo, das immer gleich viel kostet. Meyer macht es sich einfach, Schuld sind die anderen. Zahlen sollen andere. Reicht es nicht, das der Bund dem Steuerzahler schon bei der Sanierung der SBB-PK in tief in den Säckel langt? Wenn zuviele Linien betrieben werden, Reduktion Bern-Zürich, AHV-Billette abschaffen Antworten


Aschy Furrer

28.09.2009, 14:34 Uhr
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Den Merkspruch "Schuld sind die Vorgänger" zu lernen gehört offenbar zum kleinen Einmaleins angehender Manager. Nun Herr Meyer, Lektion zwei: "ausbaden werden es die Nachfolger" ist die logische Folge, sofern Spruch eins stimmt. Sie haben die Wahl: ausbaden, oder wiederum schuld sein. Und die Frage, ob 1 Mio Gehalt für Ihre öffentlichen Aussagen gerechtfertigt seien, stellt sich mir nicht mal... Antworten


Bruno Froehlich

28.09.2009, 13:17 Uhr
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@ Herr Baenziger, Neid loest kein Problem und selbst wenn sie mit Herrn Meyer zusammenspannen und schaufeln bleibt das Strukturproblem. Kann der Metzger die teure Wurst nicht mehr verkaufen, schliesst er den Laden. Die SBB hat einen Auftrag und die Leistung muss sie erfuellen. Ihre symbolische Schaufel muss erst bezahlt werden ! Auch wenn der Lohn von Meyer nur 1 Franken, aendert sich nichts. Antworten


Beat Keller

28.09.2009, 12:25 Uhr
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Aber halt. Schuld an der Misere tragen doch auch die Bahnpassagiere. Wer öffentlichen Verkehr zum Billigtarif zu jeder Zeit und an jeden Ort fordert, sollte auch bereit sein, für den Infrastruktur-Unterhalt angemessen zu zahlen. Das müssen doch die Automobilisten über die Benzinsteuer auch. Wenn ich denke, was mein Bahnabo kostet, kann das ja nie und nimmer auch nur annähernd kostendeckend sein Antworten


Rolf Bänziger

28.09.2009, 06:42 Uhr
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Lieber Herr Meyer, mit Ihrem Lohn von mehr als 1 Mio Fr. sind Sie doch wohl in der Lage die Probleme der SBB zu lösen, nicht? Sonst schlage ich Ihnen vor, dieselben Konsequenzen zu befolgen, die Sie von Ihren MitarbeiternInnen verlangen (Stichwort: Verspätung): eine wertschöpfende Lohnkürzung! Anderer Tipp: nehmen Sie mal selbst die Schaufel in die Hand und beginnen mit der Reparatur! Antworten


Bruno Froehlich

28.09.2009, 01:00 Uhr
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Binsenwahrheit. Wer mehr fordert muss mehr bezahlen oder etwas laeuft schief. Die Geschaeftsleitung war sich des Spagates bewusst, forderte hoehere Tarife, Politik und Preisueberwacher kaempften dagegen. Komisch, fuer die Wurst bezahlt man Jahr fuer Jahr mehr, selbst wenn sie waesseriger wie frueher, Bahnfahren darf nicht mehr kosten, wir wollen Sitzplaetze, tut was !, ohne Geld ? Fehlrechnung !! Antworten



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