Wirtschaft

Sarasin kauft Neue Zürcher Bank

Aktualisiert am 03.11.2009

Die NZB Neue Zürcher Bank verliert wegen Verfehlungen in der Affäre um den verdeckten Beteiligungsaufbau bei Sulzer ihre Unabhängigkeit. Zudem muss der NZB-Chef abtreten.

Betreibt das Geschäft unter Basler Führung weiter: Neue Zürcher Bank.

Betreibt das Geschäft unter Basler Führung weiter: Neue Zürcher Bank.
Bild: Keystone

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hat am Dienstag den Abschluss des beispiellosen Sulzer-Verfahrens von mehr als zweieinhalb Jahren Dauer bekannt gegeben. Nach der Zürcher Kantonalbank (ZKB) und der Schweizer Niederlassung der Deutschen Bank wurde nun auch die NZB Neue Zürcher Bank wegen teilweise schwerwiegender Pflichtverletzungen und gravierender organisatorischer Mängel gerügt, wie die Finma am Dienstag mitteilte.

Im Falle der NZB ordnete die Aufsichtsbehörde zudem auch personelle Veränderungen an, während die anderen beiden Banken einem Eingreifen der Finma durch eigenes Handeln - so die ZKB im Falle von Konzernchef Hans Vögeli - zuvorgekommen waren.

Bank Sarasin erhöht Beteiligung

Die NZB gab gleichzeitig bekannt, dass Geschäftsführer Eberhard die Bank verlässt. Er wird durch Finanzchef Frank Gut ersetzt. Die Finma-Verfügung werde akzeptiert, heisst es in der Mitteilung. Die von der niederländischen Rabobank kontrollierte Basler Bank Sarasin teilte mit, dass sie die Mehrheit an der NZB Holding übernehmen will. Sarasin ist seit dem Verkauf des Brokergeschäfts an die NZB Neue Zürcher Bank im Jahre 2007 bereits mit 40 Prozent an der NZB Holding beteiligt.

Sarasin begründete die geplante Übernahme der Mehrheit mit der Finma-Verfügung gegen die NZB in Sachen Sulzer sowie mit der Absicht, das Vertrauen in Kunden und Mitarbeiter der Bank zu stärken. Die NZB begrüsste das Angebot von Sarasin. Die NZB gab zudem den vollständigen Rückzug aus dem Private-Banking-Geschäft bekannt.

Mehrmals in den Schlagzeilen

Die NZB war bereits im Zusammenhang mit der Steueraffäre der UBS in den USA in die Schlagzeilen geraten. Ein NZB-Banker und früherer UBS-Angestellter soll bei den illegalen Steuerpraktiken beteiligt gewesen. Durch Aussagen eines UBS-Kunden in den USA geriet der Banker auch in den Verdacht, an der Bestechung eines Schweizer Bundesbeamten beteiligt gewesen zu sein. Die NZB hat sich von dem Mann bereits getrennt.

Die Finma hatte zum Fall Sulzer bereits früher bekannt gegeben, dass die beiden Investoren der ehemaligen österreichischen Beteiligungsgesellschaft Victory, Ronny Pecik und Georg Stumpf, beim Aufbau der Sulzer-Beteiligung die gesetzlichen Meldepflichten verletzt hatten. Auf Grund einer Finma-Strafanzeige ist zurzeit ein Verwaltungsstrafverfahren gegen Pecik und Stumpf sowie auch gegen den Sulzer-Grossaktionär Viktor Vekselberg im Gang. Beschwerden von Pecik und Stumpf gegen die Finma-Verfügung sind beim Bundesverwaltungsgericht hängig. (vin/ap)

Erstellt: 03.11.2009, 08:21 Uhr

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