Sarkozy: L'original c'est moi
Bescheiden war er noch nie, und dass er schneller redet, als seinen Diplomaten lieb sein kann, wussten die Franzosen auch schon längst. Jetzt aber hat er sich wieder einmal übertroffen. Denn bei einem Mittagessen schaffte es Nicolas Sarkozy, sich über ein halbes Dutzend Politiker lustig zu machen.
Angela Merkel habe in der Finanzkrise nichts besseres gewusst, als seine, Sarkozys, Position zu kopieren; Barack Obama operiere «noch nicht immer auf dem Niveau von Entscheidungsfähigkeit und Effizienz»; Spaniens Ministerpräsident José Luis Zapatero sei «vielleicht nicht sehr intelligent»; EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sei am G-20-Gipfel «völlig abwesend» gewesen. Immerhin fand Sarkozy warme Worte für Silvio Berlusconi, denn der habe es geschafft, dreimal wiedergewählt zu werden. Und in der demokratischen Politik sei es das Wichtigste, an der Macht zu bleiben.
«Meister der Welt»
Die Veranstaltung mit Tomaten/Mozzarella als Entrée und Früchtemousse zum Dessert fand am Mittwoch statt. 24 Parlamentsabgeordnete waren gekommen, um sich von Sarkozy über den G-20-Gipfel informieren zu lassen. Die Gespräche waren eigentlich off-the-record, aber Sarkozys Sprüche sickerten noch am selben Tag zur (linken) Zeitung «Libération», und diese veröffentlichte sie umgehend. Der Titel: «Sarkozy sieht sich als Meister der Welt».
Der Elysée-Palast dementierte zwar die Äusserungen, allen voran Sarkozys Zweifel an Zapateros geistigen Fähigkeiten, aber diverse Anwesende bestätigten die Darstellung der «Libération» – und die Sache war nun einmal draussen. Jetzt zieht sie internationale Kreise.
Verbesserungspotenzial bei Obama
Dabei werden die Pariser Sprüche selektiv wahrgenommen. Im angelsächischen Raum registrieren die Medien vor allem, dass Sarkozy bei Barack Obama allerhand Verbesserungschancen geortet hat. Der US-Präsident habe zwar einen subtilen Geist, er sei sehr intelligent und sehr charismatisch, gestand ihm Sarkozy zu. Aber er sei erst seit zwei Monaten im Amt und habe auch nie ein Ministerium geleitet. Beim Gespräch über den Klimawandel habe er, Sarkozy, dem Amerikaner dann doch sagen müssen: «Ich denke nicht, dass Sie recht verstanden haben, was wir beim CO2 so machen».
«Auch wenn Mister Sarkozy den Ruf hat, barsch zu sein, ist diese Litanei von Kritik selbst für ihn eine rechte Leistung», kommentierte der «Daily Telegraph» in London trocken.
In Spanien wiederum stürzte sich die Presse auf den Spruch über Zapatero, zumal Sarkozy mit Carla Bruni demnächst in Madrid erwartet wird. Der Ton und die Darstellung blieben durchwegs sachlich, und erwähnt wurde auch, dass Sarkozy die Sache augenzwinkernd gemeint hatte. Dennoch konnte sich kaum ein Blatt in Spanien verkneifen, das Zitat – «Zapatero ist vielleicht nicht sehr intelligent» – zwischen Gänsefüsschen in den Titel zu pflanzen.
«Vielleicht hat Sarkozy ja recht»
Offiziell liess sich die spanische Politik nicht erschüttern. Die Regierung blieb cool und enthielt sich eines Kommentars, und die Opposition, nicht weniger cool, nutzte das Ganze für einen Seitenhieb: «Vielleicht hat Sarkozy ja recht», sagte der Sprecher des Partido Popular, «aber Zapatero ist unser Präsident, und sei es, wie es sei: Wenn sie ihn von aussen angreifen, müssen wir ihn verteidigen.»
In Frankreich nahm man das Affärchen achselzuckend zur Kenntnis, wofür der Grünen-Abgeordnete François de Rugy auch eine logische Erklärung parat hat: «Mich erstaunt höchstens, dass so etwas nach zwei Jahren Präsidentschaft immer noch einige erstaunt.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.04.2009, 14:07 Uhr
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 22:09Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 12:15Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 10:16UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 22:09Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 12:15Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 10:16UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft
- 1So günstig zum Eigenheim wie nie
- 2Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 3Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 4Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 5Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 6UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?
Ja, auf jeden Fall
Nein, interessiert mich nicht
Erst wenn die Geräte billiger geworden sind
Ich habe schon einen
3308 Stimmen













































































