Wirtschaft
Schädliches Postmonopol
Von Pascal Gentinetta. Aktualisiert am 28.05.2010 17 Kommentare
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In seiner Kolumne schreibt Rudolf Strahm über die vermeintliche Gefahr steigender Preise durch die Marktöffnung bei der Post. Er wirft Economiesuisse vor, ideologisch an der Marktöffnung festzuhalten. Das ist falsch. Ziel einer Marktöffnung können nur sinkende Preise, Innovationen und Arbeitsplätze sein. Eine Marktöffnung, von der die Kunden nicht profitieren, macht keinen Sinn. Als Dachverband der Wirtschaft setzt sich Economiesuisse deshalb für eine Marktöffnung ein, wo der Wettbewerb effektiv spielt.
Die Briefpostpreise in der Schweiz sind schon lange nicht mehr gesunken. Im Gegenteil: Sie sind insgesamt nur gestiegen. Nicht weil es der Post schlecht geht. Jahr für Jahr erwirtschaftet sie dreistellige Millionenerträge, die an den Bund, die Pensionskasse, in Übernahmen im Ausland und den Ausbau der Infrastrukturen fliessen. An der Preisfront hatten die Kunden bis jetzt das Nachsehen – eben weil es keinen Wettbewerb gibt. In der Schweiz gehören die Preise für Briefe unter 20 Gramm zu den höchsten in Europa. Könnten private Anbieter auftreten und in Konkurrenz zur Post Dienstleistungen anbieten, müsste sich die Post auch preislich bewegen.
Alternativen im Paketmarkt
Ein gutes Beispiel dafür ist der Paketmarkt. Dort existieren immer mehr Alternativen zur Schweizer Post. Unter anderem machen es die neuen Anbieter den Kunden einfach, zu wählen, wann und wo sie ein Päckchen erhalten wollen – zu Hause, im Laden, in der Autobahnraststätte auf dem Weg zur Arbeit oder im Büro. Das ist zeitgemäss.
Das aus dem 19. Jahrhundert stammende Briefmonopol hingegen macht heute keinen Sinn mehr. Dies bestätigte kürzlich sogar Postchef Jürg Bucher. Für die Post steht heute im Vordergrund, dass die betriebliche Modernisierung weitergehen kann. Auch Economiesuisse unterstützt diesen Prozess, wenn er mit dem Wegfall des Monopols einhergeht. Wir wehren uns aber dagegen, der Post höhere Gewinne durch eine Weiterführung ihres Briefmonopols zu ermöglichen.
Dafür macht sich Rudolf Strahm stark. Doch im Fall einer solchen kundenfeindlichen Lösung werden die Preise garantiert nicht sinken. Seltsam, dass der Ex-Preisüberwacher dies bis heute nicht gemerkt hat.
Pascal Gentinetta ist Vorsitzender der Geschäftsleitung von Economiesuisse. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 27.05.2010, 21:56 Uhr
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Liberalisierte Märkte können nur eines sehr effizient bewerkstelligen. Den Reichtum von vielen zu den wenigen transferieren. Dies wird u.a. erreicht mit minimalste Arbeits- und Servicestandards, sinkenden Löhnen, steigender Arbeitslosigkeit und dem unsäglichen Primat der privatisieren Profite und Bilanzen über Gesellschaftlichen Ansprüchen. Das hat mit Fortschritt und Modern nicht's mehr zu tun. Antworten
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