Wirtschaft
Schaeffler-Chefin fühlt sich «auf Kleiderschrank reduziert»
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 21.03.2009 5 Kommentare
Sorgten für hämische Kommentare: Der rote Schal, den Maria-Elisabeth Schaeffler im Februar bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Gewerkschaften trug... (Bild: Keystone)
...und die Tränen, die sie bei einem Solidaritätsmarsch ihrer Angestellten trug. (Bild: Keystone)
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Die Chefin des deutschen Autozulieferers sorgte in den letzten Monaten immer wieder für Schlagzeilen: Die Medien warfen ihr Arroganz vor – Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg kauften letztes Jahr den um ein Vielfaches grösseren Pneu-Hersteller Continental und baten im Nachhinein um Staatsgelder. Jetzt gab Schaeffler dem «Spiegel» ein Interview. Wie ihre früheren Aktionen wird auch dieses in den deutschen Medien prominent behandelt.
In dem Gespräch sagt Schaeffler, sie fühle sich «als vermeintliche Milliardärin stigmatisiert» und «auf den Kleiderschrank reduziert». Tatsächlich hatten viele Medien nach ihrer Bitte um Staatshilfe und ihrem Auftritt bei einer Gewerkschaftskundgebung über Maria-Elisabeth Schaefflers Tränen und über ihren knallroten Schal geschrieben. Das kritisiert Schaeffler: «Es sollte um die Sachargumente gehen, und nicht um die Frage, ob man im Büsserhemd erscheint», sagte sie dem Nachrichtenmagazin.
Doch die Herrin über 70'000 Angestellte räumt auch eigene Fehler ein. Sie hätten «die Zukunft falsch eingeschätzt», als sie die Übernahme von Continental lancierten, gibt Schaeffler zu. Sie hätten den positiven wirtschaftlichen Grunddaten zu sehr vertraut und Warnungen zu wenig Bedeutung beigemessen. Die Aussage wird jedoch gleich wieder relativiert: «Wenn ein Unternehmer sich allein an dem wenig wahrscheinlichen Worst-Case-Fall orientiert, macht er gar nichts mehr», sagte Sohn Georg Schaeffler. So seien sie eben vor allem Opfer der Wirtschaftskrise und hätten ihre Situation nicht alleine zu verantworten.
Die beiden Schaefflers verhandeln jetzt mit den Banken um ein Sanierungskonzept für ihre tief verschuldete Firma. Die Banken haben signalisiert, dass sie mit sich reden lassen, am wahrscheinlichsten ist ein Tausch der Schulden in Eigenkapital. Georg Schaeffler hofft jetzt auf eine rasche Lösung – auch, weil er nicht in den «Wahlkampf gezogen» werden möchte, wie er im Interview sagt.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.03.2009, 12:08 Uhr
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5 Kommentare
Nicht nur Schäfflers sind Opfer der Krise. Im Geldrausch haben alle eine rosige Zukunft gesehen. Beim Staat betteln gehen, das war ein grosser Fehler. Wenn nicht mal Frau Schäffler mit ihrem Privateigentum zusätzlich Sicherheiten bieten will, glaubt niemand an eine Lösung. Mit Kreditschulden einen Riesen schlucken kann jeder, bis die Bank Bargeld sehen will. Ein Beispiel für Zocker, falsch gezockt Antworten
Jeder Büezer, der Sozialhilfe (Steuergelder) in Anspruch nehmen muss (ob selbstverschuldet oder nicht), muss zuerst sein Vermögen bis zu einem Betrag von 6000 € (inkl. Hausrat) verbrauchen. Wenn Frau Schaeffler Steuergelder beantragt (weil sie etwas zu gierig war), kann sie ihr Millionen hohes Pravatvermögen behalten. Die Dame beklagt eine "Ungerechtigkeit", die keine ist, auf sehr hohem Niveau. Antworten
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